ExklusivBetriebsversammlung Audi baut auch in Neckarsulm Elektroautos

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Audi will die Zukunft seines Werkes in Neckarsulm sichern und in Hohenlohe bald auch Elektroautos produzieren. Der Betriebsrat fordert darüber hinaus aber weitere Garantien und will vor allem die Beschäftigung noch länger gesichert sehen.

Audi will in Neckarsulm künftig Elektroautos bauen. Der Betriebsrat fordert, auch die Fertigung von SUVs am Standort anzusiedeln. Foto: dpa
Audi will in Neckarsulm künftig Elektroautos bauen. Der Betriebsrat fordert, auch die Fertigung von SUVs am Standort anzusiedeln. Foto: dpa

Neckarsulm - Zu Beginn des kommenden Jahrzehnts will Audi auch an seinem Standort Neckarsulm Elektrofahrzeuge bauen. Dies erklärte Konzernchef Rupert Stadler auf einer Betriebsversammlung in Neckarsulm. Bereits zuvor plant der Fahrzeughersteller bis 2020 die Fertigung von drei neuen Modellen von Elektroautos. Mit der Aufnahme der Produktion von E-Fahrzeugen an diesem Standort soll auch ein Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung geleistet werden. Ein bis 2018 laufender Vertrag zur Beschäftigungssicherung wurde bereits bis zum Jahr 2020 verlängert. Der Betriebsrat fordert nun eine Vereinbarung, die bis 2025 gelten soll. Dies erklärte Wolfgang Lindenmaier, Geschäftsführer des Audi-Betriebsrats in Neckarsulm.

Die Fertigung von Elektroautos soll ein weiterer Baustein zur Beschäftigungssicherung sein, nachdem mit dem Vorstand bereits eine Einigung über den Neuanlauf anderer Modelle wie etwas des Audi A8 erreicht worden war. Zudem fordert der Betriebsrat den Konzern auf, in Neckarsulm auch künftig SUVs zubauen. Diese Sport Utility Vehicle werden sowohl auf der Straße aber auch im Gelände gefahren und erfreuen sich bei der Autoindustrie großen Nachfrage. Eine Nachtschicht, die ebenfalls gestrichen werden sollte, wird nun beibehalten.

An der als lebhaft geschilderten Betriebsversammlung nahmen nach den Angeben von Lindenmaier 3500 bis 4000 Beschäftigte des Audi-Werkes in Neckarsulm teil. Wegen des großen Andrangs habe man zusätzliche Übertragungsmöglichkeiten für die Reden einrichten müssen.

Beschäftigte aus der Rennsportabteilung forderten auf der Betriebsversammlung, ihre Erfahrung künftig auch anderen – so etwa privaten Rennställen – als Dienstleistung zur Verfügung zu stellen. Audi hatte sich kürzlich von Rennen wie etwa den 24 Stunden von Le Mans verabschiedet. Aus der Entwicklung von Fahrzeugen für solche Veranstaltungen sei auch viel Wissen für normale Serienfahrzeuge gewonnen worden, sagte Lindenmaier. Stellenstreichungen in Neckarsulm, von denen gerüchteweise zu hören war, hätten bei der Betriebsversammlung keine Rolle gespielt. Durch die Vereinbarung mit der Geschäftsführung sei im Gegenteil die Beschäftigung für die nächsten Jahre gesichert worden. Audi beschäftigt in Neckarsulm, seinem zweitgrößten Standort, 16 000 Mitarbeiter. Am Stammsitz in Ingolstadt arbeiten etwas mehr als 44 000 Mitarbeiter.