Betrug im Rems-Murr-Kreis Im Zweifel immer die 110 wählen

Immer wieder versuchen Betrüger,  über einen Telefonanruf Geld zu erbeuten. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd
Immer wieder versuchen Betrüger, über einen Telefonanruf Geld zu erbeuten. Foto: dpa/Rolf Vennenbernd

Falsche Polizeibeamte erbeuten bei einem Rentnerehepaar in Waiblingen 10 000 Euro. Die Polizei warnt vor weiteren Fällen und hat Tipps auf Lager.

Fellbach: Simone Käser (sk)
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Rems-Murr-Kreis - Im Rems-Murr-Kreis ist es erneut zu einer Welle von Anrufen falscher Polizeibeamter gekommen. Leider hatten die Betrüger bei einem Rentnerehepaar aus Waiblingen mit ihrer Masche Erfolg und erbeuteten 10 000 Euro an Bargeld.

Der Täter gibt sich als Kriminalpolizist aus Stuttgart aus

Am Vormittag hatte sich einer der Täter telefonisch bei den Senioren gemeldet und gab sich dabei als Beamter der Kriminalpolizei Stuttgart aus.

Im Gespräch gab der angebliche Kriminalpolizist an, dass es in der Nachbarschaft zu Einbrüchen gekommen sei und auch eine Liste mit den Namen der Geschädigten aufgefunden worden wäre. In einem mehrstündigen Telefonat wurde den arglosen Opfern weiterhin suggeriert, dass ihre Wertgegenstände zu Hause nicht mehr sicher seien und diese an die Polizei übergeben werden müssten. Am Nachmittag schließlich kam einer der Täter zu den Geschädigten nach Hause und holte, wie zuvor vereinbart, die 10 000 Euro Bargeld bei diesen ab. Erst später bemerkten die Rentner, dass sie Opfer eines Betruges geworden sind. Der Geldabholer wurde als etwa 20 Jahre alter Mann – der zur Tatzeit eine Mund-Nasen-Bedeckung, eine helle Strickmütze, eine weiße Jacke mit einem Stern auf der Brust sowie verwaschene Bluejeans mit Löchern an den Knien trug – beschrieben. Entsprechende Zeugenhinweise nimmt die Kriminalpolizei Waiblingen unter der Telefonnummer 0 73 61/58 00 entgegen.

Die Polizei appelliert an alle Bürger, ältere Mitmenschen aufzuklären

Da die Betrüger weiterhin täglich aktiv sind und ihre Maschen häufig den aktuellen Gegebenheiten anpassen, appelliert die Polizei an alle Bürger, ihre älteren Verwandten, Freunde und Bekannte vor den Betrügern zu warnen und über die Betrugsmaschen aufzuklären.

Insbesondere folgende Verhaltenshinweise sind dabei laut Polizei dringend zu beachten: Ältere Bürger haben oft eine ältere, kürzere Telefonnummer. Da das auch die Betrüger wissen, sollten Senioren ihre alte, kurze, in eine aktuell vergebene längere Rufnummer abändern lassen. Zudem raten die Beamten, die Vornamen im Telefonbuch abkürzen zu lassen. So stechen sie den Tätern nicht mehr als potenzielle Namen älterer Bürger ins Auge.

Nie familiäre und finanzielle Details preisgeben

Weiterhin sollten niemals Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen preisgegeben werden. Senioren sollten sich weder drängen, noch unter Druck setzen lassen. Stattdessen gelte es, sich Zeit zu nehmen, um die Angaben des Anrufers zu überprüfen. Es wird geraten, die jeweilige Person oder die angegebene Polizeidienststelle unter der bekannten Nummer anzurufen, um die Angaben zu verifizieren. Das sollte unter keinen Umständen über die Rückruftaste geschehen. Stattdessen sollte die Nummer im Telefon von Hand eingegeben werden oder die schon vorab gespeicherte Nummer verwendet werden.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Schockanrufer machen Beute

Wenn der Anrufer Geld oder andere Wertgegenstände fordert, sollte dies dringend mit Familienangehörigen und anderen nahe stehenden Personen ausgiebig besprochen werden. Die Polizei fordert niemals Geld oder Wertgegenstände ein – das sollte immer hellhörig machen.

In dem Zusammenhang raten die Polizeibeamten auch dringend dazu, höhere Geldbeträge und andere Wertgegenstände wie Schmuck nicht daheim, sondern bei der Bank oder in einem Bankschließfach aufzubewahren. Gleichfalls sollten Senioren unter keinen Umständen ihr Geld oder andere Wertsachen an unbekannte Personen übergeben. Zudem sollten Unbekannte niemals Zugang in die eigene Wohnung erhalten. Wenn eine Verhaltensweise oder ein Anruf verdächtig sei und man Zweifel habe, sollte keine Scheu an den Tag gelegt werden, sondern unverzüglich die Polizei unter der bekannten Nummer 110 informiert werden.




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