Betrug in Stuttgart Senioren durschauen falsche Polizisten

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Sechs Anrufer versuchten am Dienstag, Senioren mit der Masche „falsche Polizisten“ hereinzulegen. Die Angerufenen durchschauten das. Über eine Reaktion freut sich die echte Polizei besonders.

Die Polizei versucht, mit Aufklärung den Betrügern das Handwerk zu legen. Foto: Lg/Piechowski
Die Polizei versucht, mit Aufklärung den Betrügern das Handwerk zu legen. Foto: Lg/Piechowski

Stuttgart - Die Welle der falschen Polizeibeamten ist in der Stadt noch nicht ganz abgeebbt, meldet die Polizei. Am Dienstag hätten wieder sechs Bürgerinnen und Bürger betrügerische Anrufe gemeldet, bei denen die mutmaßlichen Täter vorgaukelten, Polizisten zu sein. Trotzdem ist die Polizei erleichtert: In allen bekannt gewordenen Fällen scheiterten die Trickbetrüger. Besonders freuten sich die Beamten darüber, dass die Prävention Früchte trägt. Eine 61-jährige Frau aus dem Stuttgarter Osten habe gesagt: „Das habe ich in der Zeitung gelesen, mit mir nicht“, und aufgelegt.

Von den sechs angerufenen Seniorinnen und Senioren schenkte eine Frau der Geschichte zunächst Glauben. Die Anrufer hatten der 77 Jahre alten Frau erzählt, sie seien von der Polizei und es sei ein Einbruch bei ihr geplant, das hätten Ermittlungen ergeben. Im Laufe des Gesprächs überredeten die Täter sie sogar, ihren Schmuck aus dem Bankschließfach zu holen, auch dort seien ihre Sachen nicht sicher. Sie solle den Schmuck an einen Boten übergeben. Die Frau ging tatsächlich zur Bank und holte ihre Wertsachen. Doch es kamen ihr noch Zweifel und sie rief bei der echten Polizei an. Die richtigen Beamten brachten mit ihr zusammen den Schmuck zurück ins Schließfach.

Eine Frau geht zur Bank, wird aber noch skeptisch

Die Polizei warnt, dass es in den kommenden Tagen wohl noch zu weiteren Anrufen kommen könnte. Die Tätergruppen sind dafür bekannt, dass sie es immer mehrere Tage am Stück in einer Region versuchen, älteren Menschen die Wertsachen abzunehmen. Vergangene Woche waren in Stuttgart Täter in zwei Fällen erfolgreich und erbeuteten mehrere Zehntausend Euro. Am Montag wurden bei einem Senioren in Leonberg (Kreis Böblingen) Goldbarren erbeutet.

Die Polizei warnt: Die Täter rufen von Anschlüssen an, die durch technische Manipulation Rufnummern der Polizei anzeigen, darunter die 110. „Von dieser Notrufnummer kommen nie Anrufe“, klärt die echte Polizei auf. Auch würde die Polizei nicht telefonisch in dieser Art vor möglichen Straftaten warnen. Erst recht solle man hellhörig werden, wenn die Anrufer behaupten, die Polizei müsse Wertsachen oder Geld abholen. Das sei keine polizeiliche Vorgehensweise. Auch wer die Masche durchschaue, wird gebeten, sich bei der Polizei zu melden. So könne die Polizei rechtzeitig Warnungen veröffentlichen.

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