Betrug mit Kreditkarten Weitere Sicherheitsmechanismen nötig

Branchenexperte Godschalk sieht die größten Betrugsrisiken beim „ungeschützten Einsatz“ von Kreditkarten im elektronischen Handel. Hier seien weitere Sicherungsmechanismen wie Passwörter oder PIN-Codes nötig, wie sie Mastercard oder Visa schon anbieten.

Als undichte Stelle erweisen sich aber auch immer wieder die Abrechnungs- und Zahlungssysteme von Dienstleistern. So erschütterte erst vor wenigen Wochen ein neuer Hackerskandal die Reise- und Finanzbranche in Deutschland. Kriminelle stahlen in großem Umfang die Kreditkartendaten von Zehntausenden Reisenden bei der Amadeus-Tochter Traveltainment, dem wichtigsten Dienstleiter der Tourismusbranche im digitalen Geschäft.

Bekannt wurde der Datenskandal erst durch eine Mail des Online-Reisebüros Opodo an betroffene Kunden. Dort heißt es, dass die Kriminellen komplette Kreditkartendatensätze von den Servern von Traveltainment kopiert haben sollen. Darunter seien Kreditkartentyp, Kreditkartennummer, CVV-Nummer, Ablaufdatum sowie Name, Adresse und E-Mail des Inhabers. Die Betroffenen müssten damit rechnen, dass Kriminelle mit ihrer Kreditkarte einkaufen gehen. Betroffene sollten ihre Kreditkarten womöglich sperren lassen.

Gut geschützt

Verbraucherschützer betonen jedoch, dass Karteninhaber in Europa gut geschützt sind. Wenn Plastikgeld gefälscht und missbraucht wird, haftet der Inhaber grundsätzlich nicht für die Schäden, sofern Verlust, Diebstahl oder Missbrauch unverzüglich der Bank gemeldet werden. Bei grober Fahrlässigkeit jedoch sieht die Sache anders aus. Wenn zum Beispiel die Geheimzahl auf der Karte notiert wird, macht das Kriminellen ihre Arbeit leicht – und dann muss der leichtsinnige Verbraucher den Schaden tragen.

Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen rät daher, Kontoabrechnungen der Kreditkartenunternehmen und Banken immer zeitnah zu überprüfen und unklaren Abbuchungen sofort zu widersprechen. „100 Prozent Sicherheit kann es bei solch komplexer Technik nicht geben“, warnt der Experte.

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