Betrugsmasche in Holzgerlingen 85-Jähriger beauftragt „Handwerkerfirma“ – und wird abgezockt

Der 85-Jährige bezahlt die Männer, nachdem er bei der Bank das Geld abgehoben hat (Symbolbild). Foto: dpa/Peter Steffen
Der 85-Jährige bezahlt die Männer, nachdem er bei der Bank das Geld abgehoben hat (Symbolbild). Foto: dpa/Peter Steffen

Ein 85 Jahre alter Mann aus Holzgerlingen beauftragt eine Rohrreinigungsfirma aus dem Telefonbuch. Die angeblichen Handwerker tauchen schnell auf und tun so, als ob sie den Schaden beheben würden.

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Holzgerlingen - Bei einem verstopften Rohr muss meist schnell gehandelt werden. Doch nicht selten kann die Verstopfung nur von einem Fachmann beseitigt werden. Das dachte sich am Donnerstag auch ein 85 Jahre alter Mann aus Holzgerlingen und beauftragte telefonisch ein vermeintlich ortsansässiges Rohrreinigungsunternehmen. Die Handynummer des Unternehmens habe der 85-Jährige aus den „Gelben Seiten“ gehabt, teilt der Polizeipressesprecher Peter Widenhorn auf Anfrage mit.

Stolze Rechnung von gut tausend Euro

Von dem vermeintlichen Rohrreinigungsunternehmen wurde ihm schnelle Hilfe zugesagt und ein angekündigter Mitarbeiter erschien gegen 14.30 Uhr zusammen mit einem angeblichen Auszubildenden. Nachdem der vermeintliche Handwerker seine Arbeiten nach einer Stunde ausgeführt hatte, stellte er laut Polizeibericht eine Rechnung über stolze 1006, 20 Euro aus.

Da der 86-jährige nicht so viel Bargeld zu Hause hatte, wurde ihm angeboten, zusammen zu einer Bank zu fahren um dort das Bargeld zu besorgen. Dieses Angebot nahm der 86-jährige an und bezahlte im Nachgang auf dem Parkplatz die wartenden Männer. Wieder zu Hause stellte er fest, dass das Waschbecken noch immer verstopft war und meldete sich bei der Polizei.

Betrüger agieren bundesweit

Die beiden vermeintlichen Handwerker hätten „so getan“ als ob sie Reparaturarbeiten am Waschbecken vorgenommen hätten, sagt Polizeipressesprecher Peter Widenhorn. Es käme „immer wieder“ vor, dass solche Betrüger im Telefonbuch, aber auch im Internet, ihre Dienste anböten. Die Betrügergruppen agierten dabei „bundesweit“ und hätten in vielen Regionen ihre Komplizen, die schnell vor Ort sein könnten. In der Regel seien diese Personen sehr schwer zu finden, erläutert Widenhorn. Denn deren Handynummern führten zu Prepaid-Handys, „die häufig den Besitzer wechseln“.

Wie lassen sich solche Betrugsfälle vermeiden?

Was lässt sich also zur Vorbeugung solcher Betrugsfälle tun? Die Polizei rät, sich genau über die ausgewählte Firma zu informieren: Wo sitzt die Firma, gibt es mögliche Anfahrtskosten? Zudem sei es gut, schon im Vorfeld einen Fixpreis für die Leistung zu vereinbaren. Des Weiteren rät die Polizei, keine Dokumente zu unterschreiben, an denen Zweifel bestehen. Statt bar zu bezahlen solle immer auf eine Rechnung bestanden werden, auch wenn der Handwerker, mit der Polizei oder einem Inkassounternehmen drohe.

Weitere Tipps und Broschüren zu dem Thema gibt es auf den Präventionsseiten der Polizei im Internet oder unter: https://www.polizei-beratung.de/startseite-und-aktionen.




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