Bei einem schweren Brand im Leonberger Teilort Warmbronn zeigte sich jüngst: Eine der neuesten Errungenschaften des Leonberger Bevölkerungsschutzes bewährt sich.
Kaum angeschafft, schon im Einsatz: Der Leonberger Bevölkerungsschutz hat sogenannte mobile Notdächer beschafft. Dass sich das gelohnt hat, zeigte sich zuletzt Anfang Mai, als im Leonberger Teilort Warmbronn der Dachstuhl eines Fachwerkhauses in der Planstraße in Flammen stand. Denn die Notdächer geben den Betroffenen Zeit, um die entstandenen Schäden in Ruhe zu reparieren. Das gilt nicht nur für Brände.
Notdach im Einsatz: In Warmbronn hieven es Feuerwehrleute in die Höhe
Wenn Dächer bei Bränden, schwerem Hagel, Stürmen oder aufgrund technischer Probleme beschädigt werden, dringt oft Regenwasser ungehindert in Gebäude ein. Wenn es darum geht, Häuser und Wohnungen in solchen Fällen besser zu schützen, kommen die mobilen Notdächer ins Spiel. „Mit ihnen können Einsatzkräfte beschädigte Dächer schnell provisorisch abdecken“, fasst die Stadtverwaltung in ihrer Beschreibung zusammen. So bleibe das Gebäude zunächst nutzbar, und weitere Schäden durch Regen und Feuchtigkeit ließen sich deutlich verringern. Die neuen Systeme hätten sich bereits kurz nach der Anschaffung im Einsatz bewährt. Helferinnen und Helfer konnten so das schwer beschädigte Dach des Warmbronner Gebäudes in kurzer Zeit sichern und vor weiterer Witterung schützen. Das Notdach wurde dafür mit der Drehleiter der Leonberger Feuerwehr in die Höhe gehievt. Unter anderem mit Leinen und Stangen wurde es in Position gebracht und schließlich fixiert. Auf diese Art und Weise minimiere sich das Absturzrisiko für die Einsatzkräfte, schreibt die Stadt. Besonders hilfreich sei dabei die Erfahrung von Simon Kienitz gewesen. Er engagiert sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Einsatzdienst, von Beruf ist er Zimmerer. Kienitz hat den Aufbau des Notdachs begleitet und sagt: „Ich habe das Notdach selbst aufgebaut und konnte dadurch genau sehen, wie gut das System funktioniert.“ Der Aufbau sei logisch, die Konstruktion durchdacht und die Wirkung sofort da. „Aus meiner Sicht hat sich die Anschaffung absolut gelohnt.“
Auch Ralf Kotte, Leiter des Leonberger Bevölkerungsschutzes, betont den Nutzen: „Wenn ein Dach beschädigt ist, können wir schnell handeln und weitere Schäden verhindern.“ Gerade bei starkem Regen zähle jede Minute. „Mit der neuen Ausstattung sind wir deutlich besser vorbereitet.“
Brand in Warmbronn: Verwaltung zeitweise ohne Strom
Beim Brand in Warmbronn wurde niemand verletzt. Das Feuer war in diesem Fall aufgrund von Arbeiten im Obergeschoss des Gebäudes ausgebrochen. Der einzige Bewohner konnte sich ins Freie retten. Drei Nachbarn hatten in der Folge noch versucht, mit Gartenschläuchen zu löschen, allerdings ohne Erfolg. Der entstandene Schaden ist hoch, zeitweise war auch die Stromversorgung der benachbarten Warmbronner Ortschaftsverwaltung unterbrochen.