Bewerbung zusammen mit Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis will Bio-Musterregion werden

Die Biobauern im Kreis möchten ihre Produkte besser vermarkten. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
Die Biobauern im Kreis möchten ihre Produkte besser vermarkten. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Der Rems-Murr-Kreis bewirbt sich zusammen mit dem Ostalbkreis. Es geht um eine bessere Vermarktung von biozertifizierten Produkten.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Rems-Murr-Kreis - Der Rems-Murr-Kreis will in Sachen Bioprodukte eine Musterregion werden. Das Ziel ist, den Ökolandbau in der Region zu stärken und die Landwirte enger mit dem Tourismus und der Gastronomie zu vernetzen. Der Landrat Richard Sigel hat sich jetzt im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags das Okay eingeholt, gemeinsam mit dem benachbarten Ostalbkreis eine Bewerbung für eine entsprechende Landesförderung abgeben und das Projekt weiter ausarbeiten zu dürfen.

Initiative kommt von Bauern

Die Initiative dazu sei von engagierten Biobauern selbst gekommen, sagt der Leiter des Landwirtschaftsamts in Backnang, Michael Stuber, dessen Behörde die Bewerbung ausgearbeitet hat. Die Bauern versprächen sich von dem Etikett „Bio-Musterregion Rems-Murr-Ostalb“ bessere Vermarktungsmöglichkeiten. So nimmt zwar der Anteil an Bioprodukten etwa in Supermärkten oder Kantinen stetig zu. Die kleinen Anbieter kommen hier bisher allerdings oft nicht zum Zuge, weil die Großabnehmer Lieferprobleme befürchten. Die Bioregion böte die Gelegenheit, sich zusammenzutun und diese Sorgen der Großabnehmer zu zerstreuen, sagt die Grünen-Stadträtin Astrid Fleischer, die das Projekt wie alle ihre Kollegen im Ausschuss unterstützt. Auch eine bessere Vernetzung zwischen Verwertern und Landwirten sei wichtig, sagt der FDP-Kreisrat Werner Häfele. Der Metzgermeister betreibt in der Region zahlreiche Filialen und einen Schlachthof. Er würde gerne mehr Biovieh verarbeiten, doch im Rems-Murr-Kreis gebe es nur einen einzigen Hof, auf dem Tiere nach entsprechenden Richtlinien gezüchtet würden, den Paulinenhof in Winnenden. „Und der produziert zehn Bioschweine in einem Jahr.“

Die Vernetzung der Akteure – neben den Landwirten sollen auch der Tourismusbereich und die Gastronomie mit ins Boot genommen werden – soll ein Regionalmanager übernehmen. „Ohne einen Kümmerer funktioniert das Ganze nicht“, sagt Landrat Sigel. Dessen Gehalt würde bei einer erfolgreichen Bewerbung zu großen Teilen das Land übernehmen.

Verbraucher muss mitspielen

Der CDU-Kreisrat und Bio-Obst- und Gemüsehändler Werner Hundt aus Weinstadt hält es für wichtig, die „konventionellen“ Landwirte eingehend zu beraten: „Viele Kollegen haben einfach Angst vor der Umstellung auf Bio“, sagt Hundt. Letztlich entscheidend sei allerdings, dass der Verbraucher mitspiele. Denn der müsse schließlich bereit sein, für den Bio-Aufwand auch etwas mehr zu bezahlen.




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