Augen auf bei der Urlaubsplanung! Als Single ist das Thema Urlaub gar nicht so einfach. Wer nicht gerne alleine unterwegs ist und keinen Bock auf eine dieser peinlichen, organisierten Single-Reisen hat, ist meist auf Freunde und Bekannte angewiesen. Reisen mit guten Freund:innen kann richtig viel Spaß machen. Es sei denn man ist der oder die einzige Single unter vielen Pärchen. Denn wenn die Freunde alle mit ihren Partner:innen anrücken, kann man sich bei so einem Urlaub schnell als fünftes Rad am Wagen fühlen. Und auch für die mitreisenden Paare ist es gar nicht so leicht, den richtigen Umgang mit der einzigen alleinstehenden Person zu finden.
Das fängt schon bei der Reiseplanung an. Wenn es darum geht, Entscheidungen zu treffen, wird schnell klar, dass die Stimme des einzigen Singles kaum zählt und nicht gegen die zuvor abgesprochenen Meinungen der Paare ankommt. Schließlich besprechen die sich bereits vorab zuhause, was sie wollen, und setzten sich dann gemeinsam für ihren Plan vom perfekten Urlaub ein („Wir schlafen nicht gerne im Zelt“, „Wir wollen auf jeden Fall die dreitägige Safari-Tour machen“). 2:1 für euch.
Teure Einzelbetten und Einsamkeit
Bei der Unterkunftssuche folgt die nächste Ungerechtigkeit: Einzelzimmer sind verhältnismäßig immer teurer als ein Doppelzimmer. In Airbnbs gibt es oft gar keine Einzelzimmer. Ich als Single zahle also für zwei, obwohl ich alleine schlafe. Cool, weil ich alle viere von mir strecken kann und niemand meine Decke klaut, kacke für den Geldbeutel.
Im Urlaubsland angekommen (entweder saß ich zuvor alleine im Flieger oder auf der Rückbank eingequetscht zwischen Reisetaschen und Schlafsäcken) fahren allmählich alle einen Gang runter, kommen in den Urlaubsmodus, la Dolce Vita fernab von Alltag und Bürostress. Da ein Küsschen, da Schmusen am Pool – ganz normal, wenn man verliebt und im Urlaub ist. Doch auch der glücklichste Single wird sich so spätestens ab dem dritten Urlaubstag fehl am Patz fühlen. Während sich die Verliebten abends im Bett noch Gute-Nachtgeschichten und ihre persönlichen Highlights des Tages erzählen (und wahrscheinlich noch ganz andere Sachen machen) scrolle ich durch meine Insta-Timeline.
Erst wenn die traute Harmonie zu bröckeln beginnt und es Beef in der Urlaubsidylle gibt, wendet sich das Blatt. Sei es, weil der Mann angeblich der Kellnerin ins Dekolleté geschaut hat, jemand beim Navigieren durch die Stadt versagt oder beide es schlicht und einfach nicht gewohnt sind, 24/7 aufeinander zu hängen, kommt es früher oder später zu Gezanke im Paradies. Und dann, wenn die Emotionen hochkochen, eine:r die Türe zum Hotelzimmer zuknallt oder beim Essen nur noch wütende Blicke ausgetauscht werden, lehne ich mich in meinem Liegestuhl zurück, schlürfe an meiner Sangria und erinnere mich wieder daran, dass Reisen als Single doch auch seine Vorteile hat.