InterviewBeziehungsweise (17): Fürst Philipp und Fürstin Saskia zu Hohenlohe-Langenburg „Ich kann im Schloss nicht gut entspannen“

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Warum passen zwei Menschen zueinander? In einer Serie sprechen besondere Paare über ihr Leben. Heute: Philipp Fürst zu Hohenlohe und seine Frau Saskia sind einem 800-jährigen Erbe verpflichtet und regelmäßig zu Gast im Buckingham Palace.

Philipp zu Hohenlohe, Jahrgang 1970, im Schloss, das 1616  zur Renaissance-Residenz umgebaut wurde. Sein Forstbetrieb bewirtschaftet 2700 Hektar Wald. Fürstin Saskia, Jahrgang 1973, ist am Starnberger See aufgewachsen. Ihre Eltern sind Juristen, sie promovierte in Betriebswirtschaft.Foto:Gottfried Stoppel Foto:  
Philipp zu Hohenlohe, Jahrgang 1970, im Schloss, das 1616 zur Renaissance-Residenz umgebaut wurde. Sein Forstbetrieb bewirtschaftet 2700 Hektar Wald. Fürstin Saskia, Jahrgang 1973, ist am Starnberger See aufgewachsen. Ihre Eltern sind Juristen, sie promovierte in Betriebswirtschaft. Foto:Gottfried Stoppel

Langenburg - Das Schloss Langenburg thront malerisch auf einer Bergzunge hoch über dem Jagsttal. Seit dem 13. Jahrhundert lebt hier das Geschlecht derer zu Hohenlohe. Seit 2004 führen Fürst Philipp und seine Frau Saskia den Betrieb. Sie empfangen im Gelben Salon.

Fürst Philipp, Fürstin Saskia, Sie haben ein ziemlich großes Haus.
Philipp zu Hohenlohe Neulich entdeckten meine Buben sogar eine Turmnische, die ich gar nicht kannte. Dafür kenne ich ein paar Schlupfwinkel, von denen sie nichts wissen. Einen kleinen Vorsprung hab ich noch.
Saskia zu Hohenlohe Schon als ich zum ersten Mal hier war, gefiel es mir. Ich mag auch die Landschaft. Ich bin ja am Starnberger See aufgewachsen. Da war es zwar auch ländlich, ich hatte ein Pferd, es gab einen Bauernhof hinter unserem Haus. Aber es ist eben ein Vorort von München und nicht vergleichbar mit Langenburg.
Wie macht man ein Schloss zum Heim?
Saskia zu H. Wir bewohnen nur den zweiten Stock, da nur den vorderen Teil. So rücken wir etwas näher zusammen.
Philipp zu H. Wir haben, als wir einzogen, das Schlafzimmer neu eingerichtet und ein kleines Wohnzimmer geschaffen, wo wir meistens sitzen. Bei den Kinderzimmern im Nordflügel gibt es ein Treppenhaus vom Keller bis zum Dachstuhl. Weil es da zog wie Hechtsuppe, bauten wir unten eine Türe ein. Jetzt ist es etwas heimeliger, wenn wir abends zu den Kindern gehen oder sie nachts zu uns kommen und am dunklen Treppenhaus vorbei müssen.
Saskia zu H. Nicht zu vergessen die Küche. Sie war als Arbeitsplatz für die Köchin gedacht, ein langer Schlauch ohne Tisch. Als fürstliche Familie hielt man sich ja nicht in der Küche auf. Wir haben jetzt eine Wohnküche, wo wir uns abends bekochen und die Familie zusammenkommt.
Philipp zu H. Unsere Kinder wollten auch auf keinen Fall historische Möbel in ihren Zimmern. Sie finden Ikea cooler.
Schützen Sie Ihre Möbel vor den Kindern?
Philipp zu H. Die großen Räume eignen sich natürlich bestens, um von Sessel zu Sessel zu springen, ohne den Boden zu berühren. Solche Spiele kenne ich auch aus meiner Jugend. Wenn unsere Kinder mal wieder eine Tob-Attacke überfällt, weisen wir sie schon drauf hin, das Sofa nicht zu doll als Trampolin zu missbrauchen. Aber ich würde sagen: Durch junge Hunde ist bei uns mehr kaputtgegangen als durch unsere Kinder.