Bezirksbudget in Stuttgart-Botnang Der Bezirksbeirat verteilt mehr als 37 000 Euro, jetzt ist die Kasse leer

Von Torsten Ströbele 

In der letzten Sitzung des Jahres reagiert das Gremium noch einmal auf acht Zuschussanträge aus dem Bezirk.

Vereine und Institutionen haben eine Finanzspritze erhalten. Foto: Archiv
Vereine und Institutionen haben eine Finanzspritze erhalten. Foto: Archiv

Stuttgart-Botnang - Die Stadträte haben in ihren vergangenen Haushaltsberatungen Ende 2017 ein neues Bezirksbudget verabschiedet – ein Geldsegen für die Vereine und Institutionen vor Ort, die von den neuen finanziellen Möglichkeiten des Bezirksbeirats profitieren sollen.

In den vergangenen Jahren hatten die Botnanger Lokalpolitiker jeweils nur rund 6700 Euro zur Verfügung. Seit 2018 sind es mehr als 33 000 Euro. 20 Prozent dieser Summe hätten die Bezirksbeiräte mit ins neue Jahr übernehmen können. Doch die Wünsche der Botnanger Bevölkerung waren groß und kostspielig. Vor der letzten Sitzung des Jahres waren noch etwa 15 500 Euro (inklusive 4600 Euro aus 2017) in der Kasse. Es gab aber auch noch eine Vielzahl von Projekten, die bezuschusst werden wollten. Am Ende des Tages hatten die Lokalpolitiker keinen Cent mehr zur Verfügung. „Das ist dieses Jahr eine Sondersituation“, betonte Michael Schneider (CDU) vor der Abstimmung. „Wir haben zum ersten Mal so viel Geld.“ Seit knapp vier Monaten wisse man erst, wie man diese finanziellen Möglichkeiten überhaupt nutzen könne. „Ich bin kein Freund davon, dass man kurz vor Jahresende alles ausgibt, aber ich möchte trotzdem vorschlagen, den Budgettopf zu leeren, weil es den Botnangern zugute kommt.“ Dennoch bat Schneider darum, dass die Vereine und Institutionen aus dieser Sondersituation keinen Anspruch für die Zukunft ableiten. Heißt: Der Bezirksbeirat wird nicht immer das gesamte Budget verteilen beziehungsweise Projekte mit mehreren Tausend Euro bezuschussen.

Auch der Jugendrat hat einen Zuschuss erhalten

In der jüngsten Sitzung gab es beispielsweise 5000 Euro für die dringend notwendige Sanierung der Spielwiese auf der Robinson-Jugendfarm am Buberlesbach (wir berichteten). Und auch der Liederkranz bekam diese Summe, um den Flügel des ehemaligen Dirigenten abkaufen zu können. Das Instrument ist laut einem Gutachten etwa 8000 Euro wert. Zudem bekam der Jugendrat einen Zuschuss in Höhe von 1350 Euro, um sein Projekt an der Haltestelle Lindpaintnerstraße verwirklichen zu können. Seit Mai möchten die Mitglieder des Gremiums die Tischtennisplatte sanieren und die direkte Umgebung etwas aufwerten. Unkraut und Gestrüpp wurden entfernt. Nun sollen noch drei neue Sitzgelegenheiten aufgestellt werden – für insgesamt 1950 Euro. 500 Euro kommen direkt aus dem Botnanger Jugendratsbudget.

Auch die Franz-Schubert-Schule hatte einen Antrag vorbereitet. Ein Defibrillator soll für die Turn- und Versammlungshalle angeschafft werden. Dort sei er im Notfall täglich von 7 bis 22 Uhr zu benutzen. Eventuell wird der Kauf von der STEG Stadtentwicklung GmbH aus dem Verfügungsfonds des Sanierungsprogramms „Botnang 1“ mit 1000 Euro bezuschusst. Aber der Bezirksbeirat würde auch die komplette Summe in Höhe von 1186 Euro übernehmen.

Des Weiteren gab es jeweils 894 Euro für die Musikalische Vereinigung Botnang, damit für die kalte Jahreszeit Softshell-Jacken angeschafft werden können. Und für das Konzert der Evangelischen Kirchengemeinde in der Auferstehungskirche, das am 16. Dezember stattfindet.

Eine neue Glastafel gibt es für den Gedenkort auf dem Friedhof für knapp 880 Euro, und 200 Euro kommen der Fair-Trade-Steuerungsgruppe zu Gute, die einen neuen Einkaufsführer erstellen möchte.

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