Bezirksliga Stuttgart Abwanderungswelle am Schwarzbach

Ein Bild aus vergangenen Tagen. Inzwischen ist von der  einstigen Harmonie zwischen dem Vaihinger Coach Stephan Tregel und seinem bisherigen Führungsspieler Giampiero Lapeschi, der künftig für den TSV Rohr aufläuft, jedoch nichts mehr übrig. Foto: Archiv Yavuz Dural
Ein Bild aus vergangenen Tagen. Inzwischen ist von der einstigen Harmonie zwischen dem Vaihinger Coach Stephan Tregel und seinem bisherigen Führungsspieler Giampiero Lapeschi, der künftig für den TSV Rohr aufläuft, jedoch nichts mehr übrig. Foto: Archiv Yavuz Dural

Beim SV Vaihingen wirft der überraschende Verlust von bislang 14 Spielern die Personalplanungen für die neue Bezirksliga-Spielzeit komplett über den Haufen. Als Nutznießer darf sich der direkte Ortsnachbar und künftige A-Kreisligist TSV Rohr freuen.

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Vaihingen - Eigentlich sahen sich die Verantwortlichen des SV Vaihingen hinsichtlich ihres neuen Personalkaders für die am 1. September beginnende neuen Spielzeit in der Stuttgarter Fußball-Bezirksliga qualitativ und zahlenmäßig bis zuletzt sehr ordentlich aufgestellt. Genauer gesagt: bis zum Ende der Sommer-Wechselfrist im Amateurlager, deren Stichtag diesbezüglich heuer der vergangene Montag, 1. Juli, war. Denn seitdem steht fest, dass die Vaihinger einen gewaltigen Aderlass in ihren Reihen zu verzeichnen haben. Rund ein Dutzend seiner Kicker (!) hat den Verein verlassen und wechselt nun geschlossen zum direkten Ortsnachbarn und Bezirksliga-Absteiger TSV Rohr – darunter die bisherigen Führungsspieler Jannik Maus, Giampiero Lapeschi und Kai Hauner.

Dazu kommt: drei von vier Akteuren, die ursprünglich den umgekehrten Weg gewählt hatten, haben mittlerweile ihre Zusagen revidiert und werden weiter für den künftigen A-Kreisligisten an der Dürrlewangstraße auflaufen.

Der Schock war also groß dieser Tage beim Vaihinger Abteilungsleiter Peter Breuer, als feststand, dass er und seine Abteilungskollegen ihre eigentlich abgeschlossene Kaderplanung für die neue Bezirksliga-Saison getrost in die Tonne treten konnten. Denn von einem vormals opulent aufgestellten Spieleraufgebot sind laut Breuer aktuell nur noch 18 Mann übrig. Wohl habe man damit rechnen müssen, sagt Breuer, dass nach den vom Verein im Juni verordneten Abgängen des bisherigen Mannschaftskapitäns Jannik Maus und des einstigen Oberligakickers und Routiniers Giampiero Lapeschi „daraus noch der eine oder andere Akteur seine Konsequenzen ziehen würde“. Die beiden Führungsspieler hatten dem Vaihinger Chefcoach Stephan Tregel wie berichtet nicht mehr in dessen Konzept gepasst.

Auch der Sohn des Abteilungsleiters geht

Eine derartige Abwanderungswelle hatten die Macher am Vaihinger Schwarzbach aber definitiv nicht auf dem Zettel gehabt. So haben sich außer Lapeschi, Maus und Hauner auch Florian Henkelmann, Manuel Rath, Valentin Kamm, Nils Jakobs, Michael Will, Tom Wolf sowie Fabian Rück und pikanterweise auch Nico Breuer, der Sohn des Abteilungsleiters, in Vaihingen ab- und sogleich in Rohr angemeldet.

Auslöser der Entwicklung soll der Coach Stephan Tregel sein

Auf der Habenseite mussten Peter Breuer und Co. in puncto Zugängen ebenfalls Rückschläge einstecken. Das zuvor wechselwillige Rohrer Trio Marc Scherle, Florian Möck und Marlon Stoll wird nun doch nicht zum Bezirksliga-Abschlussneunten kommen, sondern stattdessen künftig freiwillig eine Etage tiefer an der bisherigen Wirkungsstätte spielen. Dies im Übrigen unter dem neuen Rohrer Coach Michael Rück, der bis vor rund einem Jahr noch als Co-Trainer unter Tregel in Vaihingen gearbeitet hat.

Als Auslöser für diese aus Sicht des SV Vaihingen katastrophale Entwicklung sehen Kritiker den Trainer Tregel, dessen Kontrakt am Schwarzbach noch bis Sommer 2020 gültig ist. Fachlich könne man dem Übungsleiter nicht viel vorwerfen, heißt es da. Aber vor allem dessen Umgang mit gestandenen Spielerpersönlichkeiten sei dringend verbesserungswürdig – freundlich formuliert. Von derartigen Dissonanzen will Peter Breuer in jüngster Vergangenheit überhaupt nichts mitbekommen haben. „Wir sind mit der Arbeit von Stephan Tregel sehr zufrieden“, betont der Abteilungsleiter.

Gleichwohl räumt Peter Breuer ein, „haben wir die Situation zwischen Trainer und Mannschaft falsch eingeschätzt – diese Entwicklung tut uns als Verein sehr weh“. Eines aber stehe fest: „Wir lassen uns trotz dieser Rückschläge nicht von unserem Weg abbringen“, fügt der Abteilungsleiter fast schon trotzig hinzu.

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