Bezirkspokal Stuttgart/Böblingen 11:10 nach Elfmeterschießen – „So ein sensationelles Wahnsinnsspiel“

Den sechsten Echterdinger Elfmeter hat Weilimdorfs Schlussmann Sunny Simone pariert. Foto: Günter Bergmann

Außenseiter TSV Weilimdorf II hat gegen den TV Echterdingen II das glücklichere Ende für sich und zieht ins Pokalfinale ein. Nach 90 Minuten mit wechselnden Führungen stand es 5:5.

Reporter: Torsten Streib (tos)

Es war ein packendes, dramatisches Pokal-Halbfinale mit mehrmaligen Wendungen und hatte in dem Kreisliga-A-Club TSV Weilimdorf II einen späten, glücklichen Sieger. Der Club aus dem Stuttgarter Norden setzte sich mit 11:10 nach Elfmeterschießen gegen den Bezirksligisten TV Echterdingen II durch. Damit steht die Verbandsliga-Reserve von der Giebelstraße erstmals im Bezirksliga-Finale Stuttgart/Böblingen.

 

Der Gegner für die Partie am 14. Mai auf dem Gelände des TSV Bernhausen wird an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) in der Begegnung SV Sillenbuch (Kreisliga A) und VfL Herrenberg (Bezirksliga) ermittelt.

Weilimdorfs Max Hoffmann (rechts) im Duell mit Echterdingens Flon Ajvazi. Foto: Günter Bergmann

Die Spannung wurde in diesem Halbfinale auf den Siedepunkt gebracht. Nach 90 Minuten stand es 5:5. Und als ob das nicht schon genug an Hochspannung gewesen wäre, ging die Dramatik auch im Elfmeterschießen weiter, diese gar in die Verlängerung: Die ersten fünf Schützen jedes Teams leisteten sich keinen Fehlschuss. Beim sechsten Versuch für Echterdingen passierte es dann: Zum Unglücksraben wurde letztlich Matti Theobald. Er scheiterte an Weilimdorfs Schlussmann Sunny Simone. Auf der Gegenseite traf Andrea Ferrara zum Sieg und Einzug ins Pokalfinale.

TV Echterdingen II holt 3:5-Rückstand auf

Auch wenn es ein bitteres Ende für den Bezirksligisten bedeutete, war der TVE-Coach Sascha Blessing „wahnsinnig stolz auf meine Truppe“, sagt er. Vor allem, welche Moral sie bewiesen und nach dem 3:5-Rückstand zurück ins Spiel gefunden hätte, so Blessing. Ein Eigentor des Weilimdorfers Johannes Michel in der 90. Minute und einer von drei Treffern von Flon Ajvazi, mittlerweile eine feste Größe des Landesliga-Teams, ermöglichten den Gästen auf den letzten Drücker den Ausgleich und das Elfmeterschießen (Verlängerung gibt es keine). Aus dem Kader der Ersten mischten auch noch Matti Theobaldt und Merdan Babatas mit.

TSV Weilimdorf mit zwei Krachern aus der Verbandsliga

Die Weilimdorfer hatten ihrerseits viel „Verbandsliga-Stallgeruch“ aus der ersten Mannschaft dabei. Einige, die seltener zum Einsatz kommen, manche – wie Maximilian Wojcik – „die lange verletzt waren und Spielpraxis benötigen“, sagt deren Coach Jürgen Zeyer, aber auch zwei Kracher: Daniel Baierle und Tamer-Harun Fara – zusammen in der Verbandsliga bislang 19 Mal erfolgreich. „Zugegeben, die beiden haben unsere Qualität deutlich erhöht“, räumt Zeyer ein.

Derweil war Blessing nicht überrascht vom „aufpolierten“ Hausherren-Team. „Das haben sie die ganze Pokalrunde über so praktiziert, wir haben damit gerechnet und uns ja auch etwas Hilfe aus der Ersten geholt“, konstatiert Blessing, der von einer insgesamt „beiderseits, absoluten hochklassigen Partie“ spricht.

Ins gleiche Horn stößt Zeyer. „So ein sensationelles, intensives Wahnsinnsspiel hab’ ich selten erlebt“, sagt er und ergänzt: „Unfassbar, wie beide Mannschaften nach Knockouts immer wieder aufgestanden sind.“

Tore: 1:0 Baierle (6.), 1:1 Ajvazi (17.), 1:1 Steyer (23.), 2:2 Takasaki (29.), 2:3 Ajvazi (40.), 3:3 Takasaki (45. + 1), 4:3 Fara (73.), 5:3 Fara (81.), 5:4 Michel (90., Eigentor), 5:5 Ajvazi (90. + 2)

Elfmeterschießen – Weilimdorfer Schützen: Fara, Matar, Takasaki, Wojcik, Hoffmann, Ferrara (alle getroffen); Echterdinger Schützen: Steyer, Ajvazi, Boll, Grassi, Caliskan (alle getroffen), Theobaldt (verschossen).

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