Mit 26 Jahren Feuerbacher Bezirksvorsteher und mit 29 Jahren Erster Bürgermeister von Göppingen: Johannes Heberle klettert die Karriereleiter nach oben und bekommt zum Abschied ein besonderes Geschenk.

Zu jung und zu wenig Erfahrung? Mitnichten! Johannes Heberle ist mit 26 Jahren Bezirksvorsteher von Feuerbach geworden. Dass er dieses Amt meistern wird, haben ihm zu Beginn nur wenige Menschen zugetraut. Mittlerweile sind drei Jahre vergangen, in denen Heberle gezeigt hat, dass er der richtige Mann für die Nachfolge von Andrea Klöber gewesen ist. Doch nun bricht er seine Zelte in Feuerbach wieder ab, denn er ist zum Ersten Bürgermeister von Göppingen gewählt worden. Seine Amtszeit beginnt am 6. März.

 

In Stuttgart lässt man den gebürtigen Albstadt-Ebinger ungern ziehen. Oberbürgermeister Frank Nopper betont: „Er ist ein guter Verwaltungsfachmann und eine überzeugende Persönlichkeit, die das Zeug dazu hat, ein starker Erster Bürgermeister zu werden.“

Ein fantastisches Zeugnis ausgestellt

Sein neuer Kollege aus Stuttgart, der Erste Bürgermeister Fabian Mayer, nannte Heberle einen Kümmerer, einen Macher mit Haltung und Mentalität, einen Regisseur, Schaffer und Impulsgeber, der selbstbewusst, unkompliziert, ehrgeizig, aber immer fair sei und auch mal über sich selbst lachen könne. „Es ist ein herber Verlust, dass Sie gehen“, sagte Mayer bei der Verabschiedung. Damit er Stuttgart in guter Erinnerung behalten kann, gab es ein besonderes Geschenk: Heberle darf eine Stadtbahn lenken. „Ich beneide ihn darum“, sagte Mayer und schmunzelte. Die Fahrt wird allerdings ohne Passagiere stattfinden.

Auch von anderen Gästen gab es Präsente. Der evangelische Pfarrer Jens Keil hatte einen Billardqueue mitgebracht und stellte Heberle ein fantastisches Zeugnis aus: „Sie haben das mit Bravour gemeistert.“ Ähnlich begeistert war auch der Vorsitzende des Gewerbe- und Handelsvereins und Bezirksbeirat Jürgen Reichert: „Es war beeindruckend, dass Sie gleich in den Themen drin waren und überall Präsenz gezeigt haben. Sie haben schnell die Herzen in Feuerbach gewonnen.“

Immer ein Stück Feuerbach im Herzen tragen

Johannes Heberle selbst blickt gerne auf die vergangenen drei Jahre zurück – auch wenn sein erster Arbeitstag hätte besser laufen können. „Es war ein kalter Tag im Februar, während der Corona-Pandemie. Wir hatten EDV-Probleme und ich erhielt die Nachricht, dass die BW-Bank-Filiale am Föhrich schließen wird. Aber dann ist es zum Glück wesentlich besser gelaufen.“ Der Abschied falle ihm nicht leicht. Er habe seinen Posten als Bezirksvorsteher eher als Partnerschaft und Miteinander verstanden denn als Amt. „Wenn man hier Hilfe benötigt, ist immer jemand da, der anpackt“, betonte Heberle. „Ich werde immer ein Stück Feuerbach im Herzen tragen.“

Er hofft, dass eine gute Nachfolgerin oder ein guter Nachfolger gefunden wird „und dass Sie dieser Person ebenso offen, hilfsbereit und lösungsorientiert begegnen werden, wie ich es erfahren durfte“.

Damals gab es nur zwei offiziell zugelassene Bewerber um die Nachfolge von Andrea Klöber, nun haben laut Fabian Mayer 22 Personen ihren Hut in den Ring geworfen, um Rathauschef im Stadtbezirk zu werden. „Nach erster, kursorischer Sichtung bin ich zuversichtlich, dass wir in Feuerbach eine gute Nachfolge hinbekommen“, betont der Erste Bürgermeister. Geplant ist, dass die Bewerber der Endauswahl am 7. Mai im Verwaltungsausschuss und am 13. Mai im Bezirksbeirat vorgestellt werden, ehe der Gemeinderat am 22. Mai entscheidet, mit wem der Posten besetzt wird. Solange übernimmt der Stellvertreter Volker Wäsch die Leitung.

Info

Johannes Heberle
wurde am 24. Juni 1995 in Albstadt-Ebingen geboren. Nach der Fachhochschulreife 2013 an der Gewerblichen Ernährungs- und