In der BHZ-Kreativwerkstatt findet am Samstag, 26. Juli, erstmals ein inklusives Tattoo-Sommer-Fest in Stuttgart-Feuerbach statt.
Die Werkstattleiter der BHZ-Kreativwerkstatt in Stuttgart-Feuerbach haben schon in der Vergangenheit bewiesen, dass sie gern unkonventionelle Wege gehen, etwa mit Punk- oder Countrykonzerten. Nun folgt mit „INK.lusion“ auch ein Tattoo-Fest. Am Samstag, 26. Juli, tätowieren Künstlerinnen und Künstler eigene Entwürfe, aber auch welche, die Menschen mit Behinderung gezeichnet haben. Kleine Labels aus der Region und ein vegetarisches und veganes Barbecue machen das Event zum Sommerfest.
Das „Ink“ in Inklusion hat sich für den Gruppenleiter Jürgen Krist als Titel gleich angeboten, denn das englische Wort heißt übersetzt Tinte. Im englischen Tattoo-Jargon bedeutet „to get some ink“, sich tätowieren zu lassen. Krist ist selbst großflächig tätowiert, bestens vernetzt in der Szene und gab daher den Anstoß für die Veranstaltung. Sein Kollege und Mitorganisator Jakob Engel dagegen hat kein einziges Tattoo, war aber sofort begeistert von der Idee. Denn den beiden geht es in ihrer Arbeit in erster Linie darum, ganz unterschiedliche Menschen zusammenzubringen.
Es gibt schon Beschäftigte, die tätowiert sind
„Unsere Kreativwerkstatt ist etwas unkonventioneller als andere. Wir haben natürlich die typischen Angebote wie Catering oder den Tafelladen, aber wir wollten auch mal andere Leute in die Werkstatt einladen und einen Zugang für die Mitarbeitenden schaffen“, sagt Krist. Auch das spiegelt für ihn Vielfalt wider.
„Auch Menschen mit Behinderung haben den Wunsch nach einer Tätowierung geäußert“, sagt die BHZ-Werkhausleiterin Petra Mack. In diesem Fall läge selbstverständlich die Erlaubnis des Vormunds vor. Zudem gäbe es bereits Beschäftigte, die tätowiert seien. „Unser Ansatz war, dass es eine Beteiligung geben muss“, ergänzt Mack. Diese umzusetzen war ganz einfach. Bereits vorab kamen der Tätowierer Alex Wild und Kollegin Lisbert zu Workshops vorbei, um mit den Beschäftigten der Werkstatt Motive zu zeichnen. Neben den beiden werden Julian Sautter, Marcus Giuliano Stolz und Hanadi aus Hamburg ihre sehr unterschiedlichen Stile auf die Haut bringen. Hanadi ist ein kleines Highlight, denn die aus Damaskus stammende Tätowiererin studierte in den USA Kunst und Illustration, arbeitete in der Werbebranche, bevor sie in Hamburg die Computermaus gegen die Tätowiermaschine tauschte.
Wer sich nicht tätowieren lassen möchte, kann den Künstlern über die Schulter schauen, ein temporäres Tattoo erhalten oder über den Basar schlendern. „Wir haben auch kleine vielfältige und vor allem nachhaltige Labels eingeladen“, sagt Gruppenleiter Jakob Engel. So gibt es unter anderem handgefertigten Schmuck von der Ludwigsburger Designerin Jenny Jewelry, Fahrradtaschen von Cnut Bags, Kunst von Ursula Rosinsky und Gut Ding Will sowie Artikel aus der BHZ-Werkstatt und der Diakonie Stetten. Für Musik sorgt der Stuttgarter DJ Toni Disco, der einen Mix aus 80er, Hip-Hop, Northern Soul und Reggae auflegt. Das Fest beginnt um 13 Uhr im BHZ Kreativ-Atelier, Dornbirnerstraße 9, in Stuttgart-Feuerbach.
Alle Infos zur Veranstaltung gibt es unter: www.bhz.de/veranstaltungen-im-bhz .