Bienen-Konferenz in Oberboihingen Schwarz-gelbe Botschafterinnen ziehen in den Schulen ein

Die Imkerin und Lehrerin Stefanie Wenz hat verschiedene Behausungen für Honigbienen dabei. Foto: / Ait Atmane

Die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) unterstützt Bienenprojekte in Schulen und lud Jugendliche zu einer Konferenz in Oberboihingen mit Experten und Wissenschaftlern ein.

Von und an Bienen kann man eine Menge lernen. Schon deshalb verdienen sie einen Platz an Schulen. Das ist zumindest die Ansicht an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt (HfWU) Nürtingen-Geislingen. Diese organisierte zum ersten Mal auf ihrem Hofgut Tachenhausen in Oberbihingen eine Bienen-Konferenz, bei der Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Experten aus der Forschung und der Praxis zusammenkamen.

 

„Die Wildbienen haben meist nur in Holz genistet, in anderen Sachen kaum oder gar nicht“, berichtete ein Schüler von den Erfahrungen der Bienen-AG am Kirchheimer Schlossgymnasium. Die Schüler hatten den Insekten verschiedene Nistmöglichkeiten angeboten, vom Sand-Lehm-Gemisch über markhaltige Pflanzenstängel bis hin zu angebohrten Holzscheiten und vorgefertigten Bienenhäusern.

Austausch auf Augenhöhe zwischen Wissenschaftlern und Jugendlichen

Ein Jahr lang beobachteten sie, wo sich etwas tut und wo nicht. Lag’s an der Art der Nisthilfe, dass viele Arten fernblieben? Oder sind diese einfach nicht im Umfeld des Schulgeländes ansässig? Das wäre noch zu erforschen. Ein Wildbienenhotel werde jedenfalls nur da bezogen, wo „die entsprechenden Futterpflanzen in unmittelbarer Nähe sind“. Das bestätigten die Wissenschaftler den Jugendlichen.

Überhaupt sind Bienen, ob Honig- oder Wildbienen, ein Thema, an dem man unglaublich viel beobachten und zeigen kann, findet Barbara Benz von der HfWU: ob es um Bestäubung von Pflanzen geht, um Biodiversität, um ökologische Zusammenhänge oder gar darum, „wie Bienen demokratische Entscheidungsprozesse gestalten“. Zudem sind die Tiere durch Kampagnen wie „Rettet die Bienen“ ungemein populär und so etwas wie „Botschafterinnen für Nachhaltigkeit“, so Barbara Benz.

Die Faszination Biene zieht Kreise. Anne Pollmann, die an der HfWU für Schulkooperationen zuständig ist, sieht durchaus einen „kleinen Trend“, dass Schulen sich Bienenvölker zulegen. Allerdings sieht sie auch noch viel ungenutztes Potenzial. Die Hochschule möchte das Engagement fördern und bietet Unterstützung für alle, die ins Bienenthema einsteigen wollen oder bereits tiefer gehende Fragen haben.

Teilnehmende von 13 Schulen

Vor diesem Hintergrund lud sie erstmals in dieser Form zur Konferenz ein. Rund 50 Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler von 13 Schulen nahmen teil und wurden auf Augenhöhe einbezogen. Zuerst gab es einen Vortrag der Leiterin der Landesanstalt für Bienenkunde, Kirsten Traynor, die über die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse sprach. Diese invasive Art könnte das ökologische Gleichgewicht stören, denn sie frisst mit Vorliebe Honigbienen in rauen Mengen. Dann berichteten die Jugendlichen direkt im Anschluss über ihre Erfahrungen

Beim „Markt der Möglichkeiten“ konnte man sich anschließend ganz direkt beschnuppern und kennenlernen. Auch Vertreter der Imkerei waren dabei und um den Nachwuchs bemüht. Bienenkörbe und Bienenkästen waren zu sehen, man konnte an einer Wildbienen-Führung teilnehmen und Honig verkosten. Der schmecke „mega“, urteilte Linus vom Schlossgymnasium. Um die Varroamilbe, ihre Bekämpfung und mögliche Resistenz ging es ebenso wie um Bienenweiden auf dem Dach oder um die Herstellung von Kosmetik: Bienenwachs, Olivenöl und ein paar Tropfen ätherisches Öl, auf der Flamme gerührt, wurden zu Lippenbalsam.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Esslingen Oberboihingen Bienen Schule