Mit 83 Jahren ist der Autor Felix Huby, der Erfinder des „Tatort“-Kommissars Bienzle, überraschend gestorben. Nach schwerer Krankheit befand sich der große Schwabe auf dem Weg der Besserung und war voller Pläne.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Als er über 80 Jahre alt war und dennoch voller Pläne, hat der Autor Felix Huby gesagt: „In unserem Alter fährt man auf Sicht.“ Immer wieder war da zu hören, zu den besten Werken des in Dettenhausen geborenen Schwaben zählen seine „Heimatjahre“-Romane, die er mit autobiografischer Tiefe weit über dem Renten-Alter geschrieben hat. Der Erfinder des „Tatort“-Kommissars Bienzle, von dem geschätzt 700 Drehbücher für Film und Fernsehen stammen, hat damit seine persönlichsten Bücher verfasst. Je älter er in der Ferne – in Berlin – geworden ist, desto näher kam er mental seiner schwäbischen Heimat.

Felix Huby war seit längerem an Krebs erkrankt. Doch es ging ihm zuletzt deutlich besser. Sein Freundeskreis freute sich über seine Pläne für neue Bücher und Lesungen. Am Freitag ist er überraschend in Berlin gestorben. Das Schwabenland nimmt Abschied von einem ganz Großen, der sozial engagiert war, der den Schwachen immer helfen wollte und der wusste, wie wichtig Humor ist, um auch politisch vorwärtszukommen. Im Dezember wäre er 84 Jahre alt geworden.

1991 war Felix Huby nach Berlin gezogen

„O du liabs Herrgöttle von Biberach“ – dies war eines der Lieblingssprüche vom Huby. Unzählige Male hat er seinem Bienzle diese Worte in den Mund gelegt. Der Bienzle, zunächst eine reine Romanfigur und über Jahre gespielt von Hubys 2016 verstorbenem Freund Dietz-Werner Steck, war der größte Coup des Vielschreibers. 14 Bücher und 25 Filme hat er dem „schwäbischen Columbo“ mit Hut und Mantel gewidmet. Aber auch die Kommissare Schimanski und Palu verdanken ihre TV-Erfolge dem begnadeten Autor, der als Eberhard Hungerbühler geboren ist und „wegen Schummelns“ durch die Abiturprüfung gefallen war. Bei der „Schwäbischen Donau-Zeitung“ volontierte er, um danach als Lokalredakteur nach Blaubeuren zu wechseln, ehe der „Spiegel“ ihn rief.

Auch dem großen Walter Schultheiß schrieb er viele Rollen auf den Leib. 1991 ist Felix Huby, ein Schwabe mit Leib und Leiden, in der Nach-Wende-Zeit nach Berlin gezogen. Einem Interview zufolge tat er dies, weil er ohnehin wegen des Fernsehens dort viel zu tun hatte, und weil seine aus Ostpreußen stammende Frau sich dort wohler fühle. Sein Verhältnis zur Hauptstadt bezeichnete Huby als ambivalent. „Wenn man jedoch gelernt hat, mit den Berlinern so umzugehen, wie sie mit einem selbst umgehen, dann kommt man gut mit ihnen zurecht“, sagte er einmal.

Die letzten Jahre waren die „fruchtbarsten seiner Schriftstellerei“

Zuletzt ist im März sein Buch „Clara Zetkin und ihre Söhne“ erschienen, das er mit seinem Stuttgarter Freund Hartwin Gromes geschrieben hat. Auf seiner Homepage teilt Huby mit, die „letzten zwei, drei Jahre“ seien die „interessantesten und fruchtbarsten meiner Schriftstellerei gewesen“. Nicht nur Schwaben trauern um einen großen Autor.