Biergärten auf den Fildern Der Sommer riecht nach Rauch

Von Wiebke Wetschera 

Seit einigen Jahren ist die Zigarette in Gaststätten verboten, in Biergärten aber weiterhin erlaubt. Wir haben mit drei Wirten in S-Vaihingen, S-Sillenbuch und Leinfelden gesprochen, ob es bei Ihnen deshalb dicke Luft gibt.

Im Schwabengarten in Leinfelden stehen Aschenbecher auf den Tischen, denn das Rauchen ist dort erlaubt. Foto: Wiebke Wetschera
Im Schwabengarten in Leinfelden stehen Aschenbecher auf den Tischen, denn das Rauchen ist dort erlaubt. Foto: Wiebke Wetschera

Filder - Auf der Bierzeltgarnitur, unter aufgespannten Sonnenschirmen und mit einem kühlen Bier fühlen sich bei schönem Wetter viele Leute wohl, sodass Biergärten in den Sommermonaten zum beliebten Ausflugsziel werden. Eine Zigarette zum Kaltgetränk gehört dann für viele Besucher dazu. Schließlich ist der Biergarten eine der wenigen Lokalitäten, in denen das Rauchen noch erlaubt ist. „Ich bin selber Raucher und deswegen unterstütze ich das Rauchen im Biergarten total“, sagt David Blanco, Pächter des Schwabengartens in Leinfelden. „Aber ich würde mich da natürlich nach den Gästen richten.“ Bisher haben sich seine Gäste aber noch nicht über die Raucher im Biergarten beschwert. „Ich denke, im Biergarten ist das Rauchen nicht so ein großes Thema, weil wir hier einen großen Garten haben und alles offen ist“, sagt Blanco. Insgesamt umfasst der Biergarten an der Stuttgarter Straße rund 950 Plätze.

Laut Paragraf 7 des Landesnichtraucherschutzgesetzes von Baden-Württemberg aus dem Jahr 2007 ist das Rauchen in geschlossenen Gaststätten untersagt. Im gastronomischen Innenbereich des Schwabengartens in Leinfelden, der Alm, besteht deshalb Rauchverbot. Viele Gaststätten, die die Raucher nicht vollständig aus ihren Lokalen verbannen wollten, haben separate Raucherräume eingerichtet. „In einem Lokal fällt natürlich sofort auf, wenn jemand raucht“, sagt Blanco.

Der Wunsch der Gäste zählt

In Bier-, Wein- und Festzelten sowie in der Außengastronomie ist das Rauchen gesetzlich erlaubt. „Auf der Terrasse merkt man das oft gar nicht, wenn jemand raucht“, sagt Blanco. Deshalb hat er über die Idee, eine Nichtraucherzone in seinem Biergarten einzurichten, bisher nicht nachgedacht: „Aber wenn sich die Gäste beschweren würden, dann wäre das vielleicht eine Überlegung wert“, sagt Blanco. Zwar sei es bei der Größe des Schwabengartens generell möglich, eine Nichtraucherzone einzurichten, jedoch sei die Umsetzung in der Praxis schwierig. „In einem offenen Bereich lässt sich so eine abgetrennte Zone nur schwer umsetzen“, sagt Blanco.

Auch das Clara-Zetkin-Haus, das Sillenbucher Waldheim, beherbergt, neben einer großen Wiese und einem Spielplatz, einen Biergarten. „Wir haben hier eher Familien zu Besuch, die Eltern rauchen eigentlich nicht so viel“, sagt Elena Bartel, die dort an der Theke arbeitet. „Ich habe bis vor fünf Jahren selbst geraucht und mich persönlich stört es total, wenn jemand am Nebentisch raucht“, gibt Bartel zu. Die Gäste im Biergarten hätten sich bislang aber noch nicht beschwert. „Unser Gelände ist ziemlich weitläufig und wenn wir rauchende Gäste haben, dann rauchen diese meist nicht direkt neben dem Spielplatz, wo die Kinder spielen“, sagt Bartel. Da der Spielplatz und das große Gelände vor allem Familien anziehen, seien die Raucher im Clara-Zetkin-Haus eher in der Unterzahl. Eine Ausnahme seien die Stammtische im Biergarten: „Da kommt dann eher die ältere Generation, von denen auch mehr Leute rauchen“, sagt Bartel.

Rauchen nur unter freiem Himmel

Auch Frank Löhle, der Geschäftsführer des Biergarten Katzenbacher Hof in Vaihingen, hält nichts von einem rauchfreien Bereich unter freiem Himmel: „Ich finde, das ist Quatsch“, sagt er. Generell sieht er durch das Zusammenkommen von Rauchern und Nichtrauchern in seinem Biergarten kein Problem. „Ich halte die Belastung für andere Gäste durch die Raucher im Freien für zu gering“, sagt Löhle. Es gebe genug Möglichkeiten, den Rauchern aus dem Weg zu gehen, wenn es einen Gast stören sollte. Um Rauchern und Nichtrauchern im Biergarten gerecht zu werden, hat der Katzenbacher Hof ein System entwickelt: „Auf jedem zweiten Tisch steht ein Aschenbecher. So trennt sich das automatisch und jeder zweite Tisch ist ein Nichtraucher-Tisch“, sagt Löhle. Damit sollen sich sowohl die Raucher als auch die Nichtraucher im Katzenbacher Hof willkommen fühlen. Egal ob sie zu ihrem Bier gerne noch eine Zigarette genießen oder nicht.

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