Der Ludwigsburger Gastronom Pascal Fetzer duscht auf Instagram mit Bier, hat einen Aha-Moment auf dem Wasen und klärt einen großen Irrtum auf.
Das sind doch mal gute Nachrichten: Der Bierpreis sinkt. Scala-Wirt Pascal Fetzer verkündet es auf Instagram – unter der Dusche. „Ihr wollt mehr trinken, ihr wollt viel trinken, ihr wollt jeden Tag trinken. Deshalb kommen wir euch entgegen und senken den Bierpreis in unserer Gartenwirtschaft“, sagt der Ludwigsburger Gastronom und kippt sich eine Flasche Gerstensaft über den Kopf. „Eine Bierdusche ist was herrliches.“
Was ist denn da los? In Zeiten wie diesen überrascht es ja schon, wenn mal etwas günstiger und nicht teurer wird. Das ist der Hintergrund: „Wir haben einen Bildungsnotstand beim Bier“, sagt Pascal Fetzer. Denn entgegen der landläufigen Meinung zahlen Gastronomen bei den Brauereien für Fassbier mehr als für Flaschenbier. Hinzu kommt die Schankanlage und ihre Reinigung sowie „natürliche Schwankungen“, dass das Bier unterschiedlich stark schäumt – je nach Wetter oder Zapfhahn-Bediener.
„Fassbier muss man behandeln wie eine Delikatesse“
Der Wirt der Scala-Gastronomie hat also mal in einer ruhigen Minute ausgerechnet, was er für sein naturtrübes helles Fassbier verlangen muss, damit es auskömmlich für ihn ist – und kam auf 6,50 für einen halben Liter. „Fassbier muss man behandeln wie eine Delikatesse“, sagt Pascal Fetzer lachend.
Dass er den Preis dann tatsächlich in seiner Gartenwirtschaft aufgerufen hat, lag nicht zuletzt am Stuttgarter Frühlingsfest. Dieses Jahr war der Ludwigsburger Gastronom zum ersten Mal in seinem Leben dort. Und trank die eine oder andere Maß. Kostenpunkt pro Stück: 14,80 Euro. Offensichtlich sind also Menschen bereit, mehr für ihr Bier zu zahlen, dachte er sich. Allerdings wohl nur auf dem Frühlingsfest.
Für die 6,50 Euro für die frisch gezapfte Halbe in der Scala-Gartenwirtschaft hagelte es Kritik von den Gästen. „Offenbar gibt es da so Schallgrenzen, die man alleine nur schwer durchbrechen kann“, sagt Fetzer. Auch, wenn der Preis kalkulatorisch absolut gerechtfertigt sei. Seine Mitarbeiter und er haben seit dem Gartenwirtschaft-Saisonstart im Mai viel zum Bierpreis erklärt. Doch die Diskussionen waren müßig. Eine Lösung musste her.
„Wir reduzieren den Preis, die Gäste trinken dafür mehr Bier“
„Wir würden ja mehr trinken, wenn das Bier billiger wäre“, sei eines der Hauptargumente der Gäste gewesen. Gut, dachte sich Pascal Fetzer, schließlich muss das Fass laufen: fünf Euro pro Halbe vom Fass. Es soll ein Geben und Nehmen sein. „Wir reduzieren den Preis, die Gäste trinken dafür mehr Bier.“
Aus dieser Idee entstand das Bierduschen-Video auf Instagram – für das es einige Likes gab. Angelaufen ist die Sache ganz gut. „Schon am nächsten Tag waren 20 bis 30 Gäste da, die richtig Gas gegeben haben“, berichtet Pascal Fetzer lachend. Zu einer dauerhaften Bierpreissenkung muss der Bierdurst der Gäste aber auch auf Dauer groß bleiben. In diesem Sinne: Prost!