Biergarten und Sonnenterrassen in Ludwigsburg Freiluft-Gastronomie, die nicht jeder kennt

Von Sandra Dambacher-Schopf 

Hausgemachtes und außergewöhnliche Getränke bieten die neuen Außenbereiche des Ludwigsburger Restaurants Genuss im Grünen und der Bar Grävenitz. Für Romantiker haben wir einen Biergaren im verwunschen alten Kern von Hoheneck aufgespürt.

Zum selbst gemachten  Kuchen gibt es im Restaurant GiG – Genuss im Grünen  den Blick auf den Neckar. Foto: factum/Weise, privat 18 Bilder
Zum selbst gemachten Kuchen gibt es im Restaurant GiG – Genuss im Grünen den Blick auf den Neckar. Foto: factum/Weise, privat

Ludwigsburg - Spätzle, Maultaschen und auch das Brot sind im Restaurant GiG – Genuss im Grünen, das auf dem Weg zum Freibad Hoheneck liegt, selbst gemacht. „Unsere Produkte kommen ausschließlich aus der Region“, sagt Michael Lutz, einer der Geschäftsführer. Der Gast solle „mit gutem Gewissen genießen.“ Dazu gibt es hier Wasser, Limonaden und Cider, also Apfelschaumwein, aus dem Schwarzwald sowie Afri- statt Coca-Cola. Mit der Masse schwimmen sei nicht ihr Ding. Deshalb haben die Gründer Lutz und Volker Heyn die GmbH, die das Restaurant betreibt, „Gegenstrom“ getauft.

„Wir sind kein Fast-Food-Restaurant“

Heyn ist auch Vorsitzender des Schwimmvereins Ludwigsburg. Es war seine Idee, die Lokalität wieder als Vereinsheim nutzbar zu machen. „Hier war es drei Jahre lang ziemlich tot“, sagt Lutz. Es habe immer wieder Besitzerwechsel gegeben, keiner konnte Fuß fassen. Mit ihrem neuen Konzept wollen die beiden es schaffen. Das Ziel sei es, die Gäste zu „entschleunigen“. Wer im Restaurant mit der großen Sonnenterrasse und Blick auf den Neckar etwas Essen möchte, soll Zeit mitbringen. „Wir sind kein Fast-Food-Restaurant“, sagt Lutz. Deshalb gibt es zwar ein Tagesangebot, aber keinen Mittagstisch. „Ich halte nichts davon, Gerichte mittags zum halben Preis zu verschleudern.“ Der Aufenthalt auf der Sonnenterrasse, die Platz für 120 Gäste bietet, soll sich wie ein Kurzurlaub anfühlen. Dazu wird dienstags und mittwochs ein Yogakurs im Raum über dem Innenbereich des Restaurants geboten. Und da viele mit dem Fahrrad auf dem Neckartalweg vorbeikommen, wurde eine Radstation eingerichtet. Fahrradschläuche kommen bei Bedarf aus dem Automaten, Werkzeuge aus der bereitgestellten Kiste.

Seit inzwischen gut einem Jahr geht ihr Plan auf. Viele Feste von Konfirmationen über eine Hochzeit bis hin zu Firmenveranstaltungen wurden am Neckar gefeiert. Und die Bekanntheit steigt durch Mundpropaganda. Immer mehr Gäste entdecken das etwas abgelegene Restaurant direkt am Fluss.

Eine grüne Oase in der Marstallstraße

Zwar nicht im Nirgendwo, aber bisher auch eher weniger bekannt, ist der Außenbereich der neuen Bar Grävenitz in der Marstallstraße. Im idyllischen Hinterhof treffen barocker Brunnen und modernes Holzdesign aufeinander. Eine grüne Oase mitten in der Ludwigsburger Innenstadt. Serviert werden hier hausgemachte Kuchen, Quiche und Pasteten, die mit wechselnden, saisonalen Produkten zubereitet werden. „Und der beste Kuchen kommt von meiner Mutter“, sagt der Geschäftsführer Andreas Hoheneder.

Die Idee der neuen Bar ist es, Trendgetränke und barocken Wohnstil zusammenzubringen. In den Räumen wohnte einst Gräfin Wilhelmine von Grävenitz. Sie war über Jahrzehnte die Mätresse von Herzog Eberhard Ludwig. Nun trinken die Gäste hier unter anderem verschiedene Craft-Beer-Sorten und Gin. Den Cappuccino oder die Latte Macchiato gibt es auf Wunsch auch mit Sojamilch. An den Abenden wird dazu gelegentlich Livemusik geboten. Am Freitag, 23. Juni, tritt etwa Frederik Konradsen von 19.30 Uhr an auf. Beim Internationalen Straßenmusikfestival im Blühenden Barock hat er sich bereits mehrmals mit bekannten Evergreens von Dean Martin oder Rock- und Pophits von Bands wie Oasis oder U2 in die Herzen der Zuhörer gespielt.

Des Herzblut in die Krone Alt Hoheneck gesteckt

Nicht weniger idyllisch, aber wesentlich weiter Abseits, liegt der kleine „Vespergarten“ der Krone Alt Hoheneck. Mitten im scheinbar verwunschenen alten Kern des Stadtteils mit seinen krummen Häusern, engen Gassen und liebevollen Vintage-Dekorationen. Die Geschäftsführer Markus und Pascal Fetzer haben nach dem Innenausbau vor zwei Jahren ihr Herzblut in den Außenbereich des alten Hauses gesteckt. Auch sie legen Wert auf viel Handgemachtes. So gibt es hier zum Beispiel einen handgeschnittenen Wurstsalat mit Schinkenwurst von Bauer Aberle aus Neckarweihingen und frischem Ofenbrot. Daneben setzten sie auf Trends wie Pulled Pork – zerrupfte Stücke vom Schweinenacken. Wer es danach richtig romantisch haben will, erklimmt den Aufstieg zur Burg Hoheneck und schaut sich von dort den Sonnenuntergang über den Weinbergen an.