Nach dem Ansturm der Feyenoord-Fans auf ihren Biergarten findet Sonja Merz jede Menge leere Wodka-Flaschen, die nicht von ihr sind – doch Schäden bleiben aus. Ihre Bilanz ist positiv.

Stadtleben/Stadtkultur: Uwe Bogen (ubo)

Für einen kühlen Novembertag ist der Biergarten-Umsatz von Sonja Merz im Schlossgarten rekordverdächtig – aber an den Ausnahmezustand, als die Dänen bei der Fußball-EM im Sommer 2024 ihren gesamten Bierbestand innerhalb von wenigen Stunden leer getrunken hatten, kommen die Holländer am Donnerstag vor dem Europa-League-Spiel in der MHP-Arena gegen den VfB Stuttgart (2:0) freilich nicht heran.

 

Am Tag danach zieht die Wirtin Bilanz. „Viele Fans haben ihr eigenes Essen mitgebracht und ihre eigenen Wodka-Flaschen“, berichtet sie. Beim Aufräumen muss das fremde Leergut entsorgt werden.

Alles friedlich im Biergarten

„Bei uns verlief alles absolut friedlich“, versichert Sonja Merz. Als sie später von Randalen der Holländer und 15 Festnahmen in der Stadt hörte  , ist die Gastronomin überrascht: „Das müssen andere gewesen sein – bei uns war es ruhig.“

Sonja Merz zieht eine positive Bilanz nach dem Besuch der Holländer. Foto: cf

Schon am Nachmittag hatten sich zahlreiche Fans, zu etwa 90 Prozent junge Männer, im Biergarten eingefunden. Der Biergarten, nur wenige Gehminuten vom Hauptbahnhof entfernt, ist seit 25 Jahren ein bekannter Treffpunkt für Fußballfans. Etwa vier bis fünf Stunden hielten sich die Holländer hier friedlich und fröhlich auf, sagt sie. Vor allem Stuttgarter Bier ist getrunken worden, für das es viel Lob gab. Aber auch Wein war gefragt. Bässe wummerten. Holländische DJs legen Techno auf.

Wirtin Sonja Merz lobt die Stuttgarter Polizei

Sonst ist bei kühlen Novembertemperaturen nicht viel los im Biergarten, meist macht die Chefin in dieser Jahreszeit zu. Nicht aber, wenn sich 2000 Feyenoord-Fans samt DJs ankündigen. Großes Lob hat die Wirtin für die Polizei übrig: „Die Polizei hat einen hervorragenden Job gemacht, auch bei uns im Biergarten.“ Gegen 17 Uhr brachen die Feyenoord-Fans in Richtung Stadion auf. Das Team von Sonja Merz räumte auf, war erleichtert, dass nichts zu Bruch gegangen war, und beendete den Arbeitstag um 19 Uhr.

Den Abend verbrachte die Wirtin gemütlich daheim: „Ich habe das Spiel mit meinem Mann im Fernsehen verfolgt. Für ein Public Viewing wäre es zu kalt gewesen.“