Biken in Backnang So will Backnang die Rote Laterne loswerden

Backnang sei keine Radstadt, die Kommune habe aber „enormes Potenziel“, sagt der von der Stadt beauftragte  Geograf Günter Bendias. (Symbolbild) Foto: dpa
Backnang sei keine Radstadt, die Kommune habe aber „enormes Potenziel“, sagt der von der Stadt beauftragte Geograf Günter Bendias. (Symbolbild) Foto: dpa

Backnang ist kürzlich bei einem Test des Fahrrad-Clubs mies bewertet worden. Die Stadt landete auf Platz 356. Jetzt soll alles besser werden, die Kommune erarbeitet ein Konzept zur Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur.

Rems-Murr/ Ludwigsburg: Martin Tschepe (art)
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Backnang - Backnang sei keine Radstadt, die Kommune habe aber „enormes Potenziel“. Das hat der Geograf Günter Bendias jetzt im Technik- und Umweltausschuss des Backnanger Gemeinderats erklärt. Die Brenner Bernard Ingenieure GmbH aus Aalen erarbeitet ein Konzept zur „Verbesserung der Radverkehre“.

Das ist in Backnang offenkundig auch bitter nötig. Bei dem „Fahrradklimatest“ des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) ist die Stadt ganz hinten gelandet. Bei den Städten unter 50 000 Einwohnern landete man auf Platz 356 – bei 364 bewerteten Kommunen. Dafür gab es vom ADFC die wenig schmeichelhafte Note 4,5. Im Rems-Murr-Kreis waren ferner bewertet worden: Fellbach, Platz 140, Note 3,6; Winnenden: Platz 208, Note 3,8 sowie Schorndorf: Platz 268, Note 4,0. Deutlich besser abgeschnitten haben in der Region Stuttgart unter anderem Rutesheim, Platz elf, Note 2,6 und Filderstadt: Platz 21, Note 2,9.

Radfahren werde in Backnang oft „nicht mitgedacht“

Bendias schlägt unter anderem vor, Radgaragen und andere Abstellplätze zu bauen, neue Radwege anzulegen beziehungsweise auf den Straßen die Spuren für Biker (besser) zu markieren. Auf der Sulzbacher Straße zum Beispiel fehlten Sicherheitsstreifen, die Radler würden viel zu nah an parkenden Autos vorbei geführt. Radfahren, so Günter Bendias, werde in Backnang oft „nicht mitgedacht“. Der Experte sagte allerdings auch, er würde den Rundwanderweg um Backnang herum nicht so ausbauen, dass dieser das Radfahren ermöglicht. Bestehende Radrouten in Backnang hätten, wenn überhaupt, eine „Bonsai-Wegweisung“, sprich die Schilder seien viel zu klein, nicht lesbar.

Die Stadträte zeigten sich zufrieden mit den Plänen. Einige mahnten indes, dass bei der Konzeption die Fußgänger nicht vergessen werden sollten. Bendias erklärte, dass auch die Belange der Menschen, die in der Stadt per pedes unterwegs seien, selbstverständlich berücksichtigt würden.

Gemeinderat soll im Herbst entscheiden

Zudem wollten die Räte wissen: wie viel Geld es kosten würde, die gut 100 Vorschläge des Fachmannes umzusetzen. Nach einigem Lavieren erklärten Bendias und die Verwaltung, dass sicherlich ein paar Millionen Euro zusammen kämen. Bendias schlug vor, sich am Beispiel Ellwangen zu orientieren: Die Stadt wolle zehn Jahre lang 250 000 Euro per anno für den Ausbau der Radinfrastruktur springen lassen. Der Baudezernent Stefan Setzer erklärte, ihm sei es lieber, von Jahr zu Jahr projektbezogen Geld bereitzustellen. Wie es in Backnang konkret weiter geht, soll der Gemeinderat im Herbst dieses Jahres entscheiden, dann ist die Konzeption fertig.




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