Bilanz der Zacke „Runter kann man rollen“

Mit der Zahnradbahn rauf, mit dem eigenen Rad wieder runter. Foto: Simone  Bürkle
Mit der Zahnradbahn rauf, mit dem eigenen Rad wieder runter. Foto: Simone Bürkle

Über den Sommer hat die Stuttgarter Zahnradbahn Zacke wieder viele Fahrgäste und ihre Fahrräder aus dem Kessel in die Höhe gekarrt. Nur einmal brauchte sie eine kleine Verschnaufpause.

Bad Cannstatt: Julia Barnerßoi (baj)
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Degerloch - Nur einmal hat sie diesen Sommer eine Verschnaufpause gebraucht – die Zahnradbahn, vom Stuttgarter kurz Zacke genannt. Das erste Mal in 32 Jahren. Es war jedoch nicht die schlechte Kondition der Bahn mit der Kennzahl 1002. Eine Mülltüte hatte sich ins Lüftungsrohr gesaugt und brachte die Bahn zum Überhitzen. Ansonsten verlief der Zacke-Sommer reibungslos, wie Hans-Joachim Knupfer, Sprecher der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), berichtet.

Die Räder werden nicht gezählt

Wie viele Fahrräder die Zacke in den vergangenen Sommermonaten vom Marienplatz über die Alte Weinsteige bis nach Degerloch gekarrt hat, kann Knupfer nicht sagen. „Die Räder werden nicht gezählt“, sagt er. Bei bis zu zehn Rädern pro Fahrt und im Schnitt 2500 bis 3000 Fahrgästen pro Tag könne man sich aber eine ungefähre Vorstellung machen.

„Wer es eilig hat, muss auf die normale Bahn umsteigen.“

Am Wochenende ist laut Knupfer natürlich immer mehr los als unter der Woche, und es kam auch heuer an schönen Tagen immer wieder mal zu Engpässen und Wartezeiten. „Unsere Stammradler wissen, dass die Fahrradmitnahme begrenzt ist“, sagt Knupfer. „Wer es eilig hat, muss eben auf die normale Stadtbahn umsteigen“, so der Pressesprecher. Die Fahrradmitnahme ist bis auf wenige Stunden am Tag in allen Bahnen im Stadtgebiet erlaubt. „Nur während der Hauptverkehrszeit von 6 Uhr bis 8.30 Uhr und von 16 Uhr bis 18.30 Uhr nicht“, sagt der SSB-Sprecher.

Mehr Gewicht ist problematisch

Dass man im Sommer, wenn viele Radler aus dem Talkessel hoch wollen, nicht einfach mehr Räder mitnimmt, hat laut Hans-Joachim Knupfer mehrere Gründe. Die Länge des Fahrradwagens ist fest vorgegeben. Denn an der Stelle auf der Wielandshöhe, an der sich die stadteinwärts und stadtauswärts fahrenden Bahnen begegnen, ist das Ausweich-Gleis gerade lang genug für die jetzigen Maße. Zudem wurden der Triebwagen und das Zahnradgleis geplant, bevor klar war, dass später ein Fahrradwagen angehängt würde. „Bei mehr Gewicht wäre die Last aufs Zahnrad zu groß, und der Triebwagen könnte sie nicht abbremsen“, sagtKnupfer.

Hoch bringt die Zacke übrigens alle, egal ob Mensch oder Rad. Abwärts hingegen darf man die steile Fahrt von Degerloch über die Alte Weinsteige bis zum Marienplatz nur ohne Drahtesel genießen. Der Grund für die Bergab-Fahrt ohne Zweiräder auf dem Anhänger ist aber nicht alleine die Sorge der SSB um die Fitness ihrer Fahrgäste, sagt Knupfer. Vielmehr ginge es darum, dass der Fahrer der Zacke immer einen Blick auf den Anhänger haben müsse. Den hätte er bergab nicht, da er den Anhängen im Rücken hat. Beschwerden habe es deshalb noch nie gegeben, sagt Knupfer. Denn „runter kann man ja rollen“.

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