Bilanz des Küchenausstatters WMF profitiert von der Neuausrichtung

Die große Nachfrage nach Kaffeemaschinen aus Geislingen ist einer der Gründe für die gute wirtschaftliche Entwicklung bei WMF. Foto: dpa
Die große Nachfrage nach Kaffeemaschinen aus Geislingen ist einer der Gründe für die gute wirtschaftliche Entwicklung bei WMF. Foto: dpa

Der Besteck- und Kaffeemaschienenhersteller WMF aus Geislingen legt vor allem in China kräftig zu. Umsatz und operatives Ergebnis sind im vergangenen Jahr deutlich gestiegen.

Wirtschaft: Thomas Thieme (tht)
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Stuttgart - Der Besteck- und Küchengerätehersteller WMF hat seine internationale Wachstumsstrategie im vergangenen Geschäftsjahr nach eigenen Angaben erfolgreich fortgesetzt. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zu 2013 um 18 Prozent auf knapp 56 Millionen Euro. Der Umsatz lag mit 1,023 Milliarden Euro um drei Prozent über dem Vorjahreswert, wie der Konsumgüterhersteller aus Geislingen am Montag mitteilte. Angaben zum Gewinn machte das Unternehmen nicht. Hintergrund dafür ist der Wegfall von Publizitätspflichten nach der Komplettübernahme der WMF AG durch den Finanzinvestor KKR im Januar. Der Alleineigentümer nahm WMF im März von der Börse.

Das Unternehmen hat im vergangenen Jahr eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Umstrukturierung vorgenommen: Logistikstandorte wurden zusammengelegt, Geschäftsbereiche neu zugeschnitten, Filialen geschlossen und mehrere Hundert Stellen abgebaut. Außerdem trennte sich die Unternehmensgruppe von den beiden Marken Auerhahn und Alfi. Diese Neuausrichtung sei mittlerweile abgeschlossen, erklärte ein Sprecher am Montag. Die Zahl der Beschäftigten sei im Jahresverlauf 2014 um 450 gesunken. Zum 31. Dezember waren 5685 Personen bei WMF beschäftigt, davon 4100 in Deutschland und davon wiederum 2500 am Stammsitz in Geislingen.

Für 2015 erwartet WMF-Chef Feld ein leichtes Wachstum

„Der positive Geschäftsverlauf im Jahr 2014 zeigt, dass wir mit der konsequenten Neuausrichtung der WMF Group ein gutes Stück vorangekommen sind und dass die Maßnahmen zur langfristigen Wachstumssteigerung im In- und Ausland greifen“, wird Vorstandschef Peter Feld in der Mitteilung zitiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Feld mit einer weiterhin positiven Entwicklung, bleibt dabei allerdings vorsichtig: „Die WMF Group geht vor allem in den beiden Geschäftsbereichen Globales Kaffeemaschinen- und Globales Hotelgeschäft von einem leichten Umsatzplus aus.“ Kaffeemaschinen für Privat- und Geschäftskunden sind der zweitgrößte von drei Geschäftsbereichen. Der Umsatz stieg 2014 um acht Prozent auf 349 Millionen Euro.

Keinen Zuwachs verzeichnete dagegen der umsatzstärkste Bereich Globales Konsumgeschäft (Tisch & Küche, Filialen, Elektrokleingeräte): Der Umsatz in diesem Bereich stagnierte mit 549 Millionen Euro auf dem Vorjahresniveau. Als Gründe dafür führt das Unternehmen vor allem Filialschließungen und Sortimentsbereinigungen an. Zum Jahresende 2014 betrieb der Konzern in Deutschland, Österreich und der Schweiz insgesamt 191 Läden in Eigenregie. Zwölf Monate zuvor hatte das Filialnetz noch 218 Läden umfasst. Die Zahl der Mitarbeiter in den Geschäften sank im gleichen Zeitraum um 130 auf 1070. Weitere Schließungen sind nach Angaben des Unternehmenssprechers nicht geplant. Derzeit werde ein neues Shop-Konzept an den bestehenden Standorten eingeführt.

Die Chinesen mögen Produkte aus Baden-Württemberg

Besonders freuen dürfte den WMF-Chef Feld die Entwicklung des Konsumgeschäfts in China. Weil die chinesische Mittelklasse offenbar Gefallen daran gefunden hat, ihre Küchen mit schwäbischen Produkten auszustatten, legten die Umsätze in China um satte 40 Prozent zu. WMF setzt im Reich der Mitte nicht nur auf das Geschäft mit Besteck und Geschirr. Eine Kooperation mit einem chinesischen Hersteller soll auch den Absatz von Kaffeemaschinen auf dem chinesischen Markt ankurbeln.

Der umsatzmäßig kleinste der drei Geschäftsbereiche, das Hotelgeschäft, legte 2014 leicht zu auf 78,5 Millionen Euro (Vorjahr: 77 Millionen Euro). Über alle drei Bereiche hinweg entfielen im vergangenen Jahr 46 Prozent des Umsatzes auf das Ausland. In Deutschland erwirtschaftete das Unternehmen 54 Prozent seiner Umsätze. Langfristig werde angestrebt, dieses Verhältnis umzukehren, so der Sprecher.

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