Bilanz Ferienbaustellen Stuttgart Nicht jede Baustelle wird pünktlich fertig

Von Wolf-Dieter Obst und  

Ferienbaustellen sollten mit dem Ende der Urlaubszeit, wenn der Berufsverkehr wieder voll anrollt, eigentlich fertig sein. Doch das klappt nicht immer. Planer und Bauarbeiter haben in den sechs Wochen so manche Überraschung erlebt.

Auf der B 10 im Neckartal verlängern sich die Bauarbeiten –  das wird teurer. Foto: Rudel
Auf der B 10 im Neckartal verlängern sich die Bauarbeiten – das wird teurer. Foto: Rudel

Stuttgart - Mit den Sommerferien geht so manches Baustellen-Leid zu ­Ende – jedoch nicht überall. Ausgerechnet die Sanierung der Aubrücke in Hofen, die Autofahrer im Nordosten ärgert, geht in die Verlängerung.

Die Proteste gegen die Terminierung der Sanierung der Aubrücke hatten nichts geholfen. Auch am Sonntagsfahrverbot für die Umleitung über die Hofener Straße wurde nicht gerüttelt. So mussten etwa Autofahrer aus Mühlhausen über Neugereut ausweichen. Doch aus dem geplanten Ende am Samstag wird nichts: „Es waren größere Bereiche schadhaft als gedacht“, sagt Alexander Gass vom Tiefbauamt, „daher müssen größere Flächen einer Betonsanierung unterzogen werden als ursprünglich geplant.“ Das heißt: Die Brücke ist erst wieder am 30. September offen. Lediglich drei Tage in die Verlängerung gehen die Bauarbeiten in der Geißeichstraße im Westen. „Die Auffahrtrampe Richtung Birkenkopf muss noch umgestaltet werden“, sagt Gass.

Kräherwaldstraße

Das größte Ferienstraßenbauprojekt, die Sanierung der Straße Am Kräherwald für 1,5 Millionen Euro, dürfte pünktlich zum Schulbeginn abgeschlossen sein. Auch bei der Fahrbahnerneuerung der Straße Am Kochenhof im Norden hatten die Verantwortlichen „die Gunst der Stunde nutzen“ können – die Fahrbahn ist bis zum Wochenende erneuert. Auf der Kreuzung Roter Stich und Schozacher Straße in Rot sind die Fahrbahnen frei, am Rande gibt es aber noch, so Gass, „Restarbeiten“. Die Ampelanlage beispielsweise muss noch eingerichtet werden.

Bundesstraße 10

Auf der B 10 im Neckartal im Bereich Wangen/Hedelfingen wird es auch nach den Ferien weiter Behinderungen geben. Zwar wird der Abschnitt zwischen Hafen-Süd und Stuttgart-Wangen neu asphaltiert pünktlich am Samstagnachmittag fertig. Doch im Bereich zwischen Stuttgart-Wangen und Neckarpark, dort also, wo die B 14 ein- und ausfährt, werden die Bauarbeiten noch mindestens vier Wochen weitergehen. Der Grund: 80 alte Schachtabdeckungen und Schächte am Fahrbahnrand müssen noch saniert werden. Eine in den Plänen nicht verzeichnete Grundwasserpfanne und Betonplatte erschwerte die Arbeiten. „Mit Unvorhergesehenem müssen wir immer rechnen“, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), als er die Baustelle an Ort und Stelle besichtigte. Rund 400 Millionen Euro pro Jahr gebe das Land für die Sanierung von Straßen aus, doppelt so viel wie in den Jahren zuvor. In den kommenden beiden Wochen ist die Fahrbahn zwischen Stuttgart-Wangen und Neckarpark weiter verengt. Allerdings stehen weiter je zwei Spuren in jede Richtung zur Verfügung. Die längere Bauzeit erhöht auch die Kosten von neun auf 10,5 Millionen Euro.

Autobahnen

Auf der A 81 werden für 8,2 Millionen Euro zwischen Engelbergtunnel und Anschlussstelle Zuffenhausen sieben Kilometer Fahrbahn neu asphaltiert, der Parkplatz Gerlinger Höhe saniert, Zufahrtsrampen der Anschlussstellen Feuerbach und Zuffenhausen neu hergerichtet. Die gute Nachricht: „Die Maßnahme wird am ­Montag baulich abgeschlossen sein“, sagt Désirée Bodesheim, Sprecherin des Regierungspräsidiums. Was Autofahrer allerdings noch ausbremsen wird: Die Warn­baken und Sicherungen müssen noch abgebaut werden – das kann bis 19. September dauern. Der Bau der vierten Fahrspur auf der A 8 zwischen Kreuz Stuttgart und Dreieck Leonberg läuft ebenfalls planmäßig. Doch Geduld: Der Plan sieht Dezember 2017 vor.

Stadtbahnverkehr

Eine ganze Sommerferienzeit waren die Stadtbahnlinien U 3 und U 8 der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) wegen Gleisbauarbeiten zwischen dem Bahnhof Vaihingen und der Haltestelle Wallgraben unterbrochen. Fahrgäste mussten auf Busse umsteigen. Damit ist es vorbei: „Am Montag“, sagt SSB-Sprecherin Birte Schaper, „läuft alles wieder normal.“

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