Bilanz nach fünf Jahren Was hat die Initiative Motorradlärm bislang erreicht?

An schönen Tagen heulen die Motoren im Schwarzwald und auf der Alb. Die Initiative Motorradlärm bemüht sich seit fünf Jahren um eine gütliche Lösung zwischen Anwohnern und Bikern. Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich

Für manche Freiheit auf zwei Rädern, für andere ein Ärgernis: Motorradlärm kann zum Problem werden. Seit fünf Jahren kümmert sich eine Initiative im Land um das Thema. Was sind die Erfolge?

Die Landesregierung will bei ihrem Kampf gegen Motorradlärm nicht nachlassen. „Trotz der Erfolge, die wir erreichen konnten, ist das Problem Motorradlärm weiter aktuell“, sagte Elke Zimmer (Grüne), Staatssekretärin im Verkehrsministerium, bei der Zwischenbilanz der Initiative Motorradlärm. „Alle Verantwortlichen müssen konsequent dazu beitragen, um den Motorradlärm wirkungsvoll zu reduzieren. Denn Motorräder sind lauter geworden, und die Anzahl der Motorräder steigt.“

 

Die Bürgermeisterin von Sasbachwalden, Sonja Schuchter, die die Initiative mitgegründet hat, zieht eine positive Bilanz: „Die vielen Diskussionen haben bewirkt, dass bei uns in Sasbachwalden heute rücksichtsvoller gefahren wird und die Beschwerden tatsächlich zurückgegangen sind“, sagt sie. Nun brauche es aber auch Gesetze auf verschiedenen Ebenen, damit weitere Verbesserungen erreicht werden.

Ein Gesetz fehlt immer noch

Bisher hat die 2019 gestartete Initiative mit ihren mehr als 170 Mitstreitern vor allem Forderungen formuliert. Sie richtet sich damit an die EU, Bund, Hersteller von Motorrädern, Händler sowie Motorradfahrer selbst. Als Erfolg feiert das Verkehrsministerium eine Beratung im Bundesrat, in der alle zehn Forderungen der Initiative aufgegriffen wurden. Im Februar 2020 war das – ein Gesetz steht bis dato allerdings aus.

Auf Landesebene hat das Verkehrsministerium einen Leitfaden erarbeitet, wie verkehrsrechtliche Anordnungen Lärm mindern können. Dem Ministerium zufolge gab es an einigen Strecken Beschränkungen; wegen positiver Rückmeldungen sollen weitere wohl folgen. Auf belasteten Strecken im Lautertal, Bad Urach-Seeburg oder in Bernau etwa, dürfen Motorräder nicht schon an der Ortstafel beschleunigen. Mit dem Abstand sollen Wohnviertel geschützt werden. Das Problem Motorradlärm sei aber weiter aktuell, räumte Staatssekretärin Zimmer und kritisierte, dass etwa die Grenzwerte für Drehzahlen immer noch so gestaltet sei, dass Motorräder noch unangemessen laut sein dürften. „Rücksichtsvolles Handeln sieht anders aus.“

Weitere Themen