Bilanz zum Esslinger Sommer Die Gäste goutieren die kulinarische Vielfalt

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Die Wirte sind mit dem ersten Sommerfest, welches das traditionelle Zwiebelfest abgelöst hat, sehr zufrieden. Das Konzept mit den Pagodenzelten sei beim Publikum ebenso gut angekommen, wie das breite Angebot von Speisen und Getränken.

Lautloses Schwofen war bei der Silent Disco von Annette Currle (Dritte von rechts) angesagt. Foto: Horst Rudel 6 Bilder
Lautloses Schwofen war bei der Silent Disco von Annette Currle (Dritte von rechts) angesagt. Foto: Horst Rudel

Esslingen - Wer den Esslinger Sommer auf dem Marktplatz im Zentrum der Altstadt besuchen möchte, muss sich sputen. Denn nur noch an diesem Montag bewirten die acht Wirte des „Esslinger Sommers“ – der Nachfolger des traditionellen Zwiebelfests – ihre Gäste. Am Sonntag haben sie bereits Bilanz gezogen und sie sind zu dem Schluss gekommen: „Die Esslinger haben das Fest angenommen“, wie Salvatore Marrazzo, der Sprecher der Wirte, feststellt.

Es seien vor allem „die Vielfalt und die Leichtigkeit“, die vom Publikum goutiert würden, sagt Marrazzo, der in Esslingen die Lokale Accanto und Cosmopolita betreibt. Jeder Wirt habe „gezeigt, was er kann“. Damit sei das Sommerfest mit einem breiten kulinarischen Angebot daher gekommen. Egal, ob die Besucher Hamburger bevorzugten, südamerikanische Speisen, die Wurst auf die Hand, italienische Pasta oder schwäbische Maultaschen – jeder habe seine Gaumenfreuden ausleben können.

Bei der Musik gibt es „Optimierungsbedarf“

Thomas Kielmeyer (Kielmeyers Besen und 1582) hatte in den vergangenen Tagen „den Eindruck, dass niemand dem Zwiebelfest eine Träne nachweint“. Seine und die Erwartungen der Kollegen in Bezug auf den Anklang und die Stimmung seien „übertroffen“ worden. Stilvoll und harmonisch sei die Veranstaltung verlaufen, „wir hatten keine Probleme mit Randale oder Betrunkenen“, sagt Kielmeyer.

Freilich gebe es immer „Optimierungsbedarf“, sagt Christian List (Der Rote Hirsch). So habe sich herausgestellt, dass es schwierig sei, den Platz mit Musik zu bespielen, denn zwei Bands übertönten sich auf dem Areal schnell gegenseitig. Auch die Gäste hätten ganz unterschiedliche akustische Vorlieben: „Dem einen ist’s zu laut, dem anderen zu leise. Der eine will Musik hören, der andere will sich lieber in Ruhe unterhalten.“ Im nächsten Jahr wäre vielleicht anzudenken, dass eine Musikgruppe auf dem Platz von Pagodenzelt zu Pagodenzelt zieht, sagt Christian List, denn „Musik darf nicht störend sein“.

Da konnte Annette Currle von Currles Culinarium mit ihren beiden Silent Discos nicht viel falsch machen. Denn die Gäste hörten ihre Lieblingshits über Kopfhörer, was für Anwohner und Mitfeiernde gänzlich störungsfrei ablief. Dennoch fanden die Liebhaber der jeweiligen Genres dank verschiedenfarbiger Ohrhörer rasch zueinander, um – in aller Stille – zu schwofen.

Wirte wollen an Pagodenzelten festhalten

Auch im nächsten Sommer werden wieder die weißen Zelte auf dem Marktplatz aufgestellt, denn die acht Wirte veranstalten das Fest zunächst für zwei Jahre. Im Oktober will die Stadt ihr künftiges, langfristiges Konzept für die Veranstaltung präsentieren. Die Wirte würden gerne an den Zelten festhalten, die die bisherigen Holzlauben des Zwiebelfests abgelöst haben. Zum einen sei die „Atmosphäre sommerlicher“, sagt Fotios Anastasiou (Fleischmann). Zum anderen seien die Zelte in der Anschaffung günstiger und ließen sich leichter auf- und abbauen sowie einlagern, sagt Christian List.

Er lobt auch das gute Miteinander der acht Festwirte. Wobei es sich bei der Wirte-Gemeinschaft nicht um eine „geschlossene Gesellschaft“ handle, wie Anastasiou betont. Es könne durchaus auch einer abspringen oder aber ein neunter dazu kommen. Ein Zuwachs wäre vor allem dann kein Problem, wenn das Fest dem Marktplatz entwachsen und sich bis zum „Rathausvorplatz ausdehnen“ würde, wie sich Thomas Kielmeyer vorstellen kann.