Bilanz zum Stuttgarter Mercedes-Cup im Tennis Auf dem Weissenhof weht ein Hauch von Wimbledon

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Der Sieg von Superstar Roger Federer beim Mercedes-Cup krönt eine perfekte Tenniswoche auf dem Stuttgarter Weissenhof. Die Tenniswelt blickte nach Stuttgart – beste Werbung für den Sportstandort Stuttgart, meint unser Sportredakteur Marko Schumacher.

Applaus, Applaus: Im dritten Anlauf gewinnt Roger Federer erstmals auf dem Weissenhof. Foto: Baumann
Applaus, Applaus: Im dritten Anlauf gewinnt Roger Federer erstmals auf dem Weissenhof. Foto: Baumann

Stuttgart - In Gesprächen mit Edwin Weindorfer dauert es nie lange, bis das Stichwort Wimbledon fällt. Gern referiert der Turnierdirektor des Mercedes-Cups über die von dort übernommene Rasensorte, berichtet von seinem engen Austausch mit dem Kollegen des All England Lawn Tennis and Croquet Club und vergisst auch nicht zu erwähnen, dass er ein gern gesehener Gast in der Königlichen Loge ist.

Als kleiner Bruder des größten Tennisturniers der Welt begreift sich der Mercedes-Cup – und ist diesem Anspruch bei seiner 40. Auflage voll und ganz gerecht geworden. Ein Hauch von Wimbledon wehte über die Anlage des TC Weissenhof, nicht nur wegen der Erdbeeren und des Regens, der zu Beginn der Woche den Spielplan durcheinandergebracht hat.

Beste Werbung für den Sportstandort Stuttgart

Am Abschlusswochenende strahlte die Sonne, auch im übertragenen Sinne: Weltstar Roger Federer krönte mit seinem ersten Turniersieg eine perfekte Woche, sein Sieg hat dem Turnier eine historische Note verliehen. Doch schon die Halbfinals am Samstag mit Federer, Nick Kyrgios, Milos Raonic und Lucas Pouille klangen mehr nach Grand Slam als nach einem ATP-Turnier der dritten und damit untersten Kategorie. Zum Vergleich: Beim parallel stattfindenden Rasenturnier im niederländischen ’s-Hertogenbosch, gleiche Kategorie wie der Mercedes-Cup, hießen die Halbfinalisten Jeremy Chardy, Matthew Ebden, Richard Gasquet und Bernard Tomic.

Die Tenniswelt blickte nach Stuttgart – beste Werbung für den Sportstandort Stuttgart. Edwin Weindorfer hat also allen Grund, sich selbst auf die Schultern zu klopfen – doch wird der Österreicher gleichzeitig wissen: Die Messlatte fürs nächste Jahr könnte höher nicht liegen.