Nach intensiven Beratungen hat die grün-schwarze Koalition in Stuttgart sich auf gemeinsame Vorstellungen für die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium und strukturelle Reformkonzepte für das Schulsystem in Baden-Württemberg verständigt. „Heute ist das ausverhandelt worden“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Landespressekonferenz in Stuttgart am Dienstag. Die Koalition gehe geschlossen in die Gespräche mit der demokratischen Opposition. Details nannte er zunächst nicht.
Klar war schon vor der letzten Verhandlungsrunde, dass der neunjährige Weg zum Abitur ab dem Schuljahr 2025/26 wieder die Regel in Baden-Württemberg wird. Schon im Vorfeld der letzten Spitzenrunde in der Koalition hat sich abgezeichnet, dass die Reform der Gymnasien im kommenden Sommer kommen wird und dass sowohl Fünft- als auch Sechstklässler von diesem Zeitpunkt an regulär in neun Jahren zum Abitur kommen werden. Noch heute würden die Fraktionen informiert.
Spitzentreffen von Koalition und Opposition
Um weitergehende Strukturreformen im Schulsystem haben die Bildungspolitiker von Grünen und CDU sowie die Spitzen der Koalition zuletzt in vielen Sitzungen hart gerungen. Auch bei der Struktur der weiterführenden Neugestaltung der Grundschulempfehlung soll es einen Konsens geben. Details wurden bisher aber nicht bekannt.
An diesem Donnerstag will die Koalition sich mit den Fraktionschefs von SPD und FDP zu einem Spitzengespräch in Bebenhausen treffen, um die Chancen auf einen lager- und koalitionsübergreifenden Konsens über tragfähige Schulstrukturen im Land auszuloten. Neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Kultusministerin Theresa Schopper (beide Grüne) werden die Fraktionsvorsitzenden Andreas Schwarz (Grüne), Manuel Hagel (CDU), Andreas Stoch (SPD) und Hans-Ulrich Rülke (FDP) an dem Treffen in Bebenhausen teilnehmen.