Bildung in Kirchheim Schulsanierung soll 40 Millionen Euro kosten

Die Halle am Schlossberggymnasium Kirchheim ist bereits saniert. Foto: Pressefoto Horst Rudel

Kirchheim investiert viel Geld in das Schlossgymnasium sowie das Ludwig-Uhland-Gymnasium. Was ist dort genau geplant?

Region: Corinna Meinke (com)

Rund 40 Millionen Euro muss Kirchheim in den nächsten Jahren in die Sanierung von zwei seiner Gymnasien investieren. Die beiden Schulen sind in die Jahre gekommen. Los geht es in diesem Sommer mit Arbeiten am Ludwig-Uhland-Gymnasium (LUG), wo rund 19,5 Millionen Euro verbaut werden sollen. Für das Schlossgymnasium sind aus heutiger Sicht weitere 18,2 Millionen Euro im Sanierungsfahrplan festgestellt worden. Dort sollen die Arbeiten aber erst im Jahr 2028 beginnen. Weitere Kosten fallen an für die Miete einer zweigeschossigen Containeranlage für den Schulbetrieb am LUG in den Jahren 2024 bis 2026. Dafür werden 676 000 Euro veranschlagt, die Arbeiten an den Außenanlagen werden auf 1,4 Millionen Euro beziffert, heißt es in einer Vorlage der Stadt.

 

Die Schule wird endlich barrierefrei

Es gibt viel zu tun am Ludwig-Uhland-Gymnasium. Die Bauteile C und D aus den Anfangsjahren der Schule müssen generalsaniert und mit einer neuen energetisch ertüchtigten Gebäudehülle versehen werden. Die Fassadenbereiche aus Betonfertigteilen, die aus der Ursprungszeit 1969 stammen und nicht den heutigen Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz entsprechen, sind völlig ungedämmt und weisen Korrosionsschäden auf. An ihrer Stelle sollen hochwärmegedämmte Holzfassaden mit Holz-Alu Fensterelementen eingebaut werden. Die nur unzulänglich gedämmten Dächer, wo die Dachabdichtung an verschiedenen Stellen undicht ist, werden teils als extensive Gründächer ausgeführt und erhalten Fotovoltaikanlagen, die von den Stadtwerken geplant und betrieben werden. Die Kommune strebt den KFW-Standard 40 für die Schule samt sommerlichem Wärmeschutz an. Außerdem soll die Schule mit einem Aufzug barrierefrei erschlossen werden.

Von der Sanierung profitieren werden die NWT-Bereiche Biologie, Physik und Chemie, die „weder in der Ausstattung noch baulich oder technisch zeitgemäß und in ihren Raumzuschnitten teilweise zu klein“ sind, wie es in der Vorlage der Verwaltung heißt. Künftig sollen die praktischen, zeitgemäßen Arbeitsformen und selbstständiges Experimentieren größere Bedeutung erlangen.

LUG verbraucht besonders viel Gas

Außerdem bestünden große Defizite im Bereich Brandschutz, bei den Flucht- und Rettungswegen. Das Bauteil D soll entsprechend der Schulbauförderrichtlinie räumlich neu geordnet werden.

Einen Sanierungsstau hat die Kommune auch bei den Toilettenräumen festgestellt. Komplett erneuert werden dafür das Trinkwassernetz, das Heizungsnetz inklusive Heizflächen sowie die elektrischen Installationen. Mit Ausnahme der Flure und Treppenhäuser soll eine Fußbodenheizung installiert werden. Wie groß die energetischen Herausforderungen sind, zeigt sich schon daran, dass das LUG nach Angaben der Verwaltung der größte Einzelverbraucher von Gas im Gebäudebestand der Stadt ist.

Alte Schadstoffe müssen ausgebaut werden

Teile des 2012 erstellten Brandschutzkonzepts wurden bereits umgesetzt. Geplant ist, eine flächendeckende Brandmeldeanlage für die Schule dezentral zu installieren. Außerdem müssen bauzeittypische Schadstoffe wie PCB und Asbest beispielsweise in Fugen, Dachabdichtungen und Klebern von Bodenbelägen saniert werden. Beim Schlossgymnasium sind ebenfalls umfangreiche Arbeiten zu erwarten. Dazu gehören die Sanierung von Sanitäreinrichtungen, die Entkernung der beiden Obergeschosse und die Bildung neuer Brandabschnitte. Geplant ist außerdem eine CO2-neutrale Beheizung per Wärmepumpe mit Heiz- und Kühldecken.

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