Bildung Schuldebatte in den Bezirken geht weiter

Von Caroline Leibfritz 

Nachdem sich die Beiräte anderer Bezirke für ein klares Schulkonzept ausgesprochen haben, will nun auch der Wangener Bezirksbeirat Klarheit über die Zukunft der weiterführenden Schulen.

Die Wilhelmsschule in Wangen ist eine von drei weiterführenden Schulen in den Oberen Neckarvororten. Foto: Achim Zweygarth
Die Wilhelmsschule in Wangen ist eine von drei weiterführenden Schulen in den Oberen Neckarvororten. Foto: Achim Zweygarth

Wangen - Wie wird sich die weiterführende Schullandschaft in den Oberen Neckarvororten entwickeln? Wird eine Gemeinschaftsschule kommen? Und welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es für die Schulen? Diese Fragen beschäftigen derzeit die Bezirksbeiräte in den Oberen Neckarvororten. Am Montagabend wurde auch in Wangen über die Zukunft der weiterführenden Schulen diskutiert.

Die CDU-Bezirksbeiräte haben in einer Anfrage darum gebeten, dass das Schulverwaltungsamt zeitnah über die Situation der Schulen und die weiteren Planungen berichten soll. Auch die SPD-Bezirksbeiräte fordern – wie schon in anderen Bezirken – einen Konzeptvorschlag. Dabei, so die SPD, solle auch die Möglichkeit einer Gemeinschaftsschule geprüft werden.

Die SPD-Fraktion wünscht sich eine Gemeinschaftsschule

Hintergrund der Diskussion ist die immer dünner werdende Schullandschaft in den Oberen Neckarvororten. Da die Werkrealschulen in Hedelfingen und Luginsland keine Schüler mehr für die fünften Klassen aufnehmen dürfen, gibt es in den vier Bezirken nun nur noch drei weiterführende Schulen: die Wilhelmsschule in Wangen, die Lindenrealschule in Untertürkheim und das Wirtemberg-Gymnasium, das ebenfalls zu Untertürkheim gehört. Im Jahr 2014, so heißt es im SPD-Antrag, hätten 320 Schülerinnen und Schüler die vierte Klasse in den Oberen Neckarvororten abgeschlossen. Diese Zahl werde in den kommenden Jahren leicht ansteigen. In diesem und im Jahr 2013 hätten sich aber jeweils rund 100 Kinder für weiterführende Schulen außerhalb der Oberen Neckarvororte entschieden und damit längere Schulwege in Kauf genommen.

„Ungelöste Herausforderungen“ sind dem Antrag zufolge die künftige Nutzung der Räume der Steinenbergschule und „ein fehlendes Angebot für einen Gymnasialabschluss in neun Jahren“, wie ihn Gemeinschaftsschulen anbieten könnten. Daher fordert die SPD-Fraktion in ihrem Antrag, die Möglichkeit einer Gemeinschaftsschule in den Oberen Neckarvororten zu prüfen. Diese Schulart – erklärte Ali Hoffbauer von der SPD-Fraktion – halte er für eine gute Alternative.

Zeitnah soll ein Gesamtkonzept präsentiert werden

Die Bezirksbeiräte waren sich einig, dass ein Schulentwicklungskonzept benötigt wird – allerdings ohne Fokus auf eine bestimmte Schulart. Vielmehr sollten alle denkbaren Modelle in Betracht gezogen werden. Schließlich – so hieß es von verschiedenen Bezirksbeiräten – hätten nicht alle Schulleiter Interesse daran, Gemeinschaftsschule zu werden. Außerdem wolle man zunächst vom Schulverwaltungsamt wissen, welche Art der Schulentwicklung überhaupt geplant sei.

Die Bezirksbeiräte einigten sich darauf, dass das Schulverwaltungsamt zeitnah in einer gemeinsamen Sitzung aller Bezirksbeiräte der Oberen Neckarvororte über die Schulsituation und das weitere Vorgehen berichten soll. Im Januar soll es zunächst einen nichtöffentlichen Workshop mit Vertretern des Schulverwaltungsamtes und mit den Schulleitern der Oberen Neckarvororte in Hedelfingen geben. Anschließend soll das Gremium über die Planungen informiert werden.

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