Bildungsgerechtigkeit in Zuffenhausen Lokalpolitiker vermissen Details und konkrete Lösungsansätze

Von Bernd Zeyer 

Die Bezirksbeiräte haben sich in ihrer jüngsten Sitzung mit dem zweiten Bildungsbericht der Stadt Stuttgart beschäftigt. Die Kommunalpolitiker fordern vor allem konkrete Lösungsansätze, die bezirksspezifisch umgesetzt werden können.

Bildung und Ausbildung sind entscheidend, wenn es um die Zukunftschancen geht. Foto: dpa
Bildung und Ausbildung sind entscheidend, wenn es um die Zukunftschancen geht. Foto: dpa

Zuffenhausen - In der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirats ging es um Zuffenhausen-spezifische Details des zweiten Bildungsberichts der Stadt Stuttgart. Hintergrund dafür waren diverse Anträge der Fraktionen von SPD und CDU. Zur Berichterstattung waren Sarah Günster von der Abteilung Stuttgarter Bildungspartnerschaft des Referats Jugend und Bildung sowie Gregor Belgardt vom Referat Sicherheit, Ordnung und Sport der Stabsstelle Sicherheitspartnerschaft in der Kommunalen Kriminalprävention ins Bürgerhaus Rot gekommen.

Zunächst erläuterte Günster den Beiräten, dass es in Zuffenhausen zur Zeit der Datenerhebung 2564 Jugendliche im Alter zwischen zehn und 16 Jahren gegeben habe, was einen Anteil von sieben Prozent der Gesamtbevölkerung ausmache. 75 Prozent der jungen Leute hätten einen Migrationshintergrund. Im Bezirk stünde den Menschen mit 33,9 Quadratmetern die geringste Pro-Kopf-Wohnfläche in ganz Stuttgart zur Verfügung. Sehr hoch mit 8,1 Prozent sei dabei der Anteil der Sozialmietwohnungen, nur in Weilimdorf und Mühlhausen gebe es mehr. Negativer Spitzenreiter sei der Bezirk beim Anteil der ALG-II-Berechtigten, der bei 46 Prozent läge (Durchschnitt: 34 Prozent). Kritik gab es seitens der Räte an den Handlungsempfehlungen der Verwaltung („Familienunterstützung und -bildung bedarfsgerecht weiterentwickeln“, „Sozialraumbezogene Ressourcenzuweisung für die Ganztagsschule“, „Weiterentwicklung alltagsorientierter Sprachbildung“. . .). „Die Empfehlungen sind sehr unkonkret“, sagte Alexander Mak von der SPD, CDU-Vertreter Claus-Peter Schmid forderte klare Spezifizierungen. Ohnehin hätte man sich am Ratstisch mehr Details gewünscht, doch damit konnte Günster nicht dienen. Ein Monitoring für kleinräumige Daten befände sich erst im Aufbau, dafür müsse aber eine zusätzliche Stelle geschaffen werden.

Die Polizei setzt auf Prävention

Auch der Vortrag von Gregor Belgardt zum Thema Jugend- und Schulhofkriminalität ging nicht ins allerletzte Detail. Belgardt berichtete, dass Gewalt in der Schule eher intern und ohne Anzeige gelöst werde und dass die Polizei sich grundsätzlich als Partner sehe. Repression gebe es selten, vielmehr setze man auf Prävention. In diesem Zusammenhang lobte Belgardt den Zuffenhäuser Präventionsbeamten Werner Mast sowie die Präventionswoche „Body and Soul“. Deren Zukunft steht allerdings in den Sternen, da sich der Organisationsverein aufgelöst hat (wir berichteten).

„Wir brauchen konkrete Maßnahmen für Bildungsgerechtigkeit“, sagte Mak und stellte für die SPD einen Antrag, dem nach einigem Hin und Her zwölf von 15 anwesenden Räten zustimmten: Die Zuffenhäuser Schulen sollen junge Erwachsene aus Freiwilligen-Diensten und Patenschaftsprogrammen als Hilfskräfte anfordern können. Finanzierung und bürokratische Verwaltung soll die Stadt übernehmen.

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