Biologie Auch auf Zugvögel hat der Klimawandel Auswirkungen

Von roe 

Nicht nur im Meer, auch in der Luft zeigen sich die Folgen des Klimawandels. Millionen von Zugvögeln überfliegen jedes Jahr die Deutsche Bucht. Durch den Vogelzug ist der kleine rote Felsen in der Nordsee mit vielen Ländern der Erde verbunden. Oben auf dem Buntsandsteinmassiv thront die Inselstation der Vogelwarte Helgoland. Ihr Leiter, Ommo Hüppop, beschäftigt sich intensiv mit dem Einfluss des Klimawandels auf das Zugverhalten. Gemeinsam mit Kollegen hat er herausgefunden, dass der Heimzug in die Brutgebiete seit Anfang der sechziger Jahre immer früher einsetzt. Beim Gartenrotschwanz zum Beispiel 10 Tage früher, bei der Mönchsgrasmücke sogar fast 19 Tage. „Als Mittelwert von 23 Arten konnte auf Helgoland eine Verfrühung des Heimzugs von durchschnittlich 10 Tagen in 50 Jahren beobachtet werden“, fasst Hüppop die Ergebnisse zusammen. „Je früher die Männchen aus ihren Winterquartieren zurückkehren, desto bessere Territorien können sie besetzen.“ Und damit steigen die Chancen für eine erfolgreiche Fortpflanzung.

Die Folgen des Klimawandels machen sich auch für den Menschen bemerkbar, etwa beim Nahrungsangebot. Heimische Arten wie der Kälte liebende Kabeljau (Gadus morhua) und Seelachs (Pollachius virens) wandern gen Norden ab, was für die Fischerei angesichts der bereits überfischten Bestände keine gute Nachricht ist. „Das Gleichgewicht wird sich noch stärker in Richtung Wärme liebende Arten verschieben“, prognostiziert Karen Wiltshire, Vizedirektorin des AWI. Manche der Einwanderer breiten sich übermäßig aus und können den Lebensraum dann dominieren, wie die Pazifische Auster. Sie hat sich im Wattenmeer stark vermehrt und überwuchert heimische Miesmuschelbänke mit ihren robusten Schalen. Auch mit einer weiteren Zunahme von Quallen und Rippenquallen ist zu rechnen. Da sie sich überwiegend von Plankton ernähren, konkurrieren sie mit Fischen um Nahrung.

Ein massenhaftes Auftreten von Quallen hätte noch für einen weiteren Wirtschaftszweig negative Folgen: den Tourismus. Am Ende einer Quallenblüte werden die Tiere oft in Massen an den Strand gespült, was für Badegäste mehr als nur ästhetisch abschreckend ist, da es in Nord- und Ostsee auch diverse Arten gibt, die Hautreizungen und Verbrennungen hervorrufen, etwa die Gelbe Haarqualle (Cyanea capillata). Im Jahr 2007 traten Plagen mit solchen und ähnlichen Quallen im Mittelmeer und an englischen Küsten auf, was mehrfach zur Schließung von Stränden geführt hat. Solche Szenarien könnten dann auch an Nord- und Ostsee zu auftreten

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