Biologie Die Tiefseefischerei richtet langfristig Schäden an

Von roe 

Die Tiefseefischerei richtet langfristig Schäden an

1. Tiefseefischerei
: Der Riesen-Antarktisdorsch ist ein wahrhaft fetter Brocken. Bei einer Länge von bis zu 1,75 Metern bringt er es auf ein Gewicht bis 80 Kilogramm. Auf Arten wie ihn hat es die Tiefseefischerei vor allem abgesehen. Mit Hilfe modernster Technik kann in immer weiter entfernte Gebiete vorgedrungen werden – und die Netze reichen in immer größere Tiefen. So wird in mehreren hundert bis zu tausend Meter tief gefischt. Dort fangen sie Heilbutt, Rotbarsch, Leng oder Granatbarsch. Letzterer gilt bereits heute als stark gefährdet, ebenso der Riesendorsch.

2. Fischbestand:
Tiefseefische wachsen extrem langsam. „Weil neue Generationen nicht rechtzeitig nachwachsen können, ist ein Bestand von Tiefseefischen viel schneller überfischt als ein küstennaher Bestand“, erklärt Rainer Froese vom Leibniz-Institut für Meereswissenschaften (IFM-Geomar) in Kiel. Er und weitere Fischereibiologen aus sieben Ländern haben nun eine Studie veröffentlicht, die zu dem Schluss kommt: Die Tiefseefischerei sollte eingestellt werden (von wenigen Ausnahmen abgesehen). Wissenschaftler und Umweltschützer warnen schon länger davor.

3. Schutz:
In der Tiefsee konzentriert sich das Leben nur an wenigen Orten, etwa an Unterwasserbergen. Hat ein Tiefseetrawler einen solchen Ort ausfindig gemacht, zerstört er mit Grundschlepp­netzen erst die Bodenlebensgemeinschaft und fängt dann die begehrten Fische. „Diese extrem teure Fischerei in bisher wenig erforschten Regionen richtet schwere Schäden an der globalen Artenvielfalt an, die eigentlich das Erbe der gesamten Menschheit ist.“ Er und seine Kollegen hoffen, dass die Vereinten Nationen eine Resolution zum Schutz der Tiefsee beschließen.

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