James-Bond-Regisseur Sam Mendes bringt ab 2028 vier Biopics über die Beatles ins Kino. Die Auswahl der Schauspieler stößt im Internet auf unterschiedliche Reaktionen.
Die Fab Four sind zurück - zumindest auf der Leinwand. Am Montag wurde auf der Kinomesse CinemaCon in der US-Metropole Las Vegas ein cineastisches Großereignis angekündigt, das Beatles-Fans begeistern dürfte. Der Regisseur Sam Mendes, der auch für seine James-Bond-Filme bekannt ist, verkündete dort, sich der wohl berühmtesten Band der Welt angenommen zu haben: Ab 2028 kommt das besondere Großprojekt „The Beatles – A Four-Film Cinematic Event“ in die Kinos, bei dem es dann nicht nur einen, sondern gleich vier Biopics über die Briten zu sehen geben wird. Ein cineastisches Großereignis für Fans der Kultband also.
Anders als frühere Regisseure und Regisseurinnen, die sich der Geschichte der Pilzköpfe angenommen haben, widmet Mendes nun jedem Bandmitglied einen persönlichen Film. Nach Angaben der British Broadcasting Corporation (BBC) werden sich die Handlungsstränge zum Teil überschneiden, zum Teil aber auch sehr genau auf persönliche Ereignisse im Leben der einzelnen Beatles eingehen. Innerhalb eines Monats werden die vier Biografien dann 2028 auf den Kino-Bildschirmen anlaufen und sollen viele Besucher in die Kinosäle locken. Denn obwohl sich die Band vor mehr als 50 Jahren aufgelöst hat, faszinieren die Briten mit der Pilzfrisur noch immer. Vielleicht ist das eine Gelegenheit, sie ein bisschen tiefgreifender zu verstehen“, erklärte Regisseur Sam Mendes laut der Deutschen Presse Agentur (dpa) bei der Kinomesse CinemaCon.
Die Wahl der Besetzung schlägt hohe Wellen
Die Dreharbeiten zu „The Beatles - A Four-Film Cinematic Event“ sollen in Kürze beginnen und auch die Schauspieler stehen bereits fest. Wer hat die Ehre, die Musiklegenden Ringo, Paul, John und George zu verkörpern? Die Besetzung für die Filme bestehen aus vier populären Schauspielern: Paul Mescal („Gladiator 2“) hat die Ehre, seinen Namensvetter Paul McCartney zu mimen. Ein weiterer Ire ist ebenfalls vertreten: Barry Keoghan verkörpert Ringo Starr. Harris Dickinson wird als John Lennon und Joseph Quinn als George Harrison zu sehen sein.
Die hochkarätige Besetzung stößt im Internet allerdings auf Kritik: Seit der Bekanntgabe des Casts tippen sich Userinnen und User auf Instagram und X die Finger wund – mangelnde Ähnlichkeit zwischen den Pilzköpfen und ihren Darstellern zu beschweren.
Wir haben einige Reaktionen auf X (früher Twitter) gesammelt.
Die Reaktionen auf die neue Besetzung sind eher gemischt. Viele Beiträge kommentieren das Aussehen der Schauspieler. „Hätten sie nicht Schauspieler nehmen können, die den Beatles auch nur annähernd ähnlich sehen?“, beklagt sich zum Beispiel ein Nutzer.
Auch ihr Größenunterschied soll offenbar nicht dem der echten Beatles entsprechen. Einige merken an: „Keiner der Beatles überragte die anderen.“ Dies ist bei den Schauspielern Mescal, Keoghan, Quinn und Harrison nicht der Fall.
„Ich weiß nichts über die Darsteller, aber keiner von ihnen ähnelt auch nur im Entferntesten einem der Beatles“ ist die Meinung in diesem Post.
Andere setzen auf die Maskenbildnerinnen und Maskenbildner: „Es kommt darauf an, wie sie nach dem Schminken aussehen, wie sie sich verhalten und wie sie klingen. „Paul“ wird allerdings auf einer Kiste stehen müssen.“
Eine Nutzerin vermutet bei dem Cast sogar einen Aprilscherz- die Bekanntgabe fand nämlich ausgerechnet am 1. April statt.
Insgesamt gehen die Meinungen weit auseinander. Während viele die Casting-Entscheidung kritisieren, bleiben andere gelassen. Statt auf das Aussehen käme es vor allem auf die Fähigkeiten an: „Es wird viel über die Besetzung der Beatles-Filme gemeckert. Das ist doch kein Wettbewerb für Doppelgänger! Solange es eine gewisse Ähnlichkeit gibt und die Schauspieler die Rolle spielen können, bin ich zufrieden. Das, ein gutes Drehbuch, eine interessante Idee und ein guter Regisseur sind das, was man für ein gutes Biopic wirklich braucht.“
Auch die Chemie zwischen den Schauspielern ist für manche Userinnen und User wichtiger als das übereinstimmende Aussehen.
Ein Nutzer möchte, dass Paul Mescal auf ganz andere Art beweist, die richtige Casting-Entscheidung gewesen zu sein: „Muss jetzt Paul Mescals Versuch von Helter Skelter sehen.“
Auch Gegenvorschläge finden sich auf X. So sieht für diesen Nutzer die Traumbesetzung für einen Beatles-Film aus:
Kritik am Beatles-Cast: Fans fordern lokale Talente aus Liverpool
Ein Nutzer sieht bereits Oscar-Potenzial für den Film und hat eine wichtige Frage dazu: „Interessante Frage: Wenn alle vier Beatles-Filme gut sind, wie würde das dann bei den Oscars funktionieren? Könnte Mendes möglicherweise vier der fünf Plätze für die Regie einnehmen? Könnte Paul Mescal für die Hauptrolle als Paul in seinem eigenen Film nominiert werden, aber dann ein oder vielleicht zwei Nominierungen für eine Nebenrolle in einem anderen Film erhalten?“
Auch auf Instagram schlägt die Bekanntgabe der Rollen hohe Wellen. Einige Posts, in denen die Besetzung vorgestellt wurde, wurden von mehreren Tausend Personen kommentiert. Ein besonders heißes Thema ist dabei nicht unbedingt das Aussehen der Schauspieler, sondern ihr Bekanntheitsgrad. So finden es viele Userinnen und User schade, dass kleinere Schauspieler aus Liverpool, der Heimatstadt der Beatles, keine Chance bekommen haben. Über 900 Personen haben den Kommentar einer Userin geliked, die schreibt: Es gibt so viele unentdeckte Talente in und um Liverpool, das ist so deprimierend.“