Birkacher Feld Aktionsbündnis stellt vier Fragen

Das  Birkacher Feld soll erhalten werden, fordert  das Aktionsbündnis. Foto: Seyfferth/privat
Das Birkacher Feld soll erhalten werden, fordert das Aktionsbündnis. Foto: Seyfferth/privat

Nach einem halben Jahr hat der Stuttgarter OB auf ein Schreiben des Aktionsbündnis Birkacher Feld reagiert. Weil er nicht konkret wird, legen die Birkacher nach.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)
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Birkach - Auf insgesamt 48 Seiten hat das noch recht neue Aktionsbündnis Birkacher Feld im Januar 2021 dargestellt, was die Freifläche am westlichen Rand von Birkach so besonders macht. Und weshalb es ein Frevel wäre, hier Wohnungen hochzuziehen. Die Broschüre enthält viele Fotoaufnahmen der Gegend, aber auch Argumente, die einen Griff nach dem Feld von vornherein abwehren wollen. Die Unterlagen gingen seinerzeit den Stadträten, den Regionalräten, den Bezirksbeiräten und der Stuttgarter Verwaltungsspitze zu. Ein halbes Jahr später ist dem Aktionsbündnis Ende Juni eine Antwort aus dem Büro des Oberbürgermeisters Frank Nopper zugegangen.

Aus dem etwas mehr als einseitigen Schreiben lässt sich Wertschätzung für das Engagement der Birkacher Bürger herauslesen. Eine Antwort, wie es sich das Bündnis gewünscht hatte, bleibt der OB indes schuldig. Vielmehr fasst Nopper noch einmal zusammen, wie die Sachlage ist. Eine persönliche Stellungnahme, wie er zu einer möglichen Bebauung des Birkacher Feldes steht, findet sich in dem Brief nicht.

OB Frank Nopper äußert sich nicht konkret zur Bebauung

Das sei „nicht ganz befriedigend“, sagt Günter Seyfferth vom Aktionsbündnis. Der Birkacher ist gut vertraut mit dem Thema. Bereits vor vielen Jahren hatte er zusammen mit anderen mobil gemacht gegen eine Bebauung des Feldes. „Es steht nichts Konkretes drin“, sagt er über den Brief.

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Im Mai 2021 hatten die Birkacher „ein kleines Mahnschreiben“ an die Stadt Stuttgart versandt, wie es Seyfferth nennt, weil bis dato keine Reaktion vom OB auf den Brief und die Broschüre aus Birkach eingegangen war. Nun, ein halbes Jahr später, die Stellungnahme, der es an Substanz fehlt. Seyfferth räumt ein: „Es ist ein komplexes Thema.“ Und der OB sei schließlich noch recht neu im Amt. Dennoch wolle man nun erneut darauf drängen, dass er klare Kante zeigt. „Ich erwarte schon, dass er eine persönliche Stellungnahme abgibt.“

Oberbürgermeister kommt am 25. August nach Birkach

Schließlich, und das schreibt auch Nopper, sieht der Verband Region Stuttgart keine Möglichkeit, das Birkacher Feld zu bebauen. Es handele sich um einen sogenannten regionalen Grünzug, heißt es. Um dies umzumodeln, müsste der Flächennutzungsplan geändert werden. Das Aktionsbündnis will unbedingt wissen, ob der OB plant, diesen Prozess trotz der Haltung des Verbands Region Stuttgart anzustoßen.

Deshalb haben die Birkacher postwendend nachgelegt und vier konkrete Fragen an Nopper gesandt. Das Aktionsbündnis fragt darin eben, ob die Stadt angesichts der Einschätzung des Verbands Region die Pläne fürs Birkacher Feld nicht eher zu den Akten legen sollte. Eine andere Frage bringt zudem eine Bürgerbeteiligung ins Spiel, und zwar dazu, „ob nicht ein generelles Moratorium hinsichtlich der Inanspruchnahme weiterer Naherholungsflächen für erforderlich gehalten wird, wenn die Stadt auch in Zukunft noch eine lebenswerte Stadt sein soll“.

Frank Nopper will am 25. August den Stadtbezirk Birkach besuchen, spätestens dann erwarte man Antworten auf die vier Fragen, sagt Seyfferth. „Zur Beantwortung muss er nicht auf ein Votum des Gemeinderats warten, denn wir fragen nach seiner persönlichen Meinung.“




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