Bisher unbeachtetes Problem Umweltschützer warnen vor Feinstaub bei Dieselfilter-Reinigung

Von red/dpa 

Umweltschützer warnen vor einem bisher unbeachteten Problem bei Diesel-Autos: Die Feinstaubwerte könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb drastisch in die Höhe schnellen.

Die Feinstaubwerte könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb drastisch in die Höhe schnellen. (Symbolbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Die Feinstaubwerte könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb drastisch in die Höhe schnellen. (Symbolbild) Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Brüssel - Umweltschützer warnen vor einem aus ihrer Sicht bisher unbeachteten Problem bei Diesel-Autos: Die Feinstaubwerte könnten während der Reinigung von Partikelfiltern im Fahrbetrieb drastisch in die Höhe schnellen, meldete der Verband Transport&Environment am Montag nach eigenen Tests. Die Reinigung könne auch im Stadtverkehr vorkommen und bis zu 15 Kilometer Fahrtstrecke dauern. Bei 45 Millionen Diesel mit Partikelfilter in Europa gebe es pro Jahr zu 1,3 Milliarden Reinigungsvorgänge.

Grenzwerte für Feinstaubpartikel überschritten

T&E hatte Labortests bei zwei häufig verkauften Diesel-Modellen in Auftrag gegeben. Während der Filterreinigung hätten beide Modelle die Grenzwerte für Feinstaubpartikel um 32 bis 115 Prozent überschritten. „Diese Tests zeigen, dass die neuen Dieselfahrzeuge immer noch nicht sauber sind“, meinte T&E-Expertin Anna Krajinska. „Tatsächlich stoßen sie in unseren Städten und auf Autobahnen jeden Tag große Mengen gefährlichen Feinstaubs aus.“

Feinstaub wird für Asthma, Allergien, Herz-Kreislauf und Atemerkrankungen verantwortlich gemacht. Mit der Einführung von Partikelfiltern für Dieselfahrzeuge wurde deren Ausstoß drastisch gesenkt - als Hauptproblem beim Diesel galten danach vor allem die Stickoxide. Während der Reinigungszyklen wirken die Partikelfilter jedoch laut T&E nicht wie gewohnt.