Bislang heißester Juli aller Zeiten „Hundstage“ beginnen mit Abkühlung

Abkühlung wie diese wird in den nächsten Tagen nicht mehr notwendig sein. Foto: dpa 16 Bilder
Abkühlung wie diese wird in den nächsten Tagen nicht mehr notwendig sein. Foto: dpa

Nach den Gewittern am Mittwochnachmittag ist ein Ende der Hitze in Sicht - zumindest vorerst. Der Juli ist auf Rekordkurs.

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Offenbach - Die große Hitze im Südwesten und Süden Deutschlands geht zu Ende. Und damit endet auch die markante Zweiteilung des Wetters mit Temperaturunterschieden von bis zu 15 Grad.

Bis Donnerstag - nach der Überlieferung der Beginn der „Hundstage“ mit besonders schweißtreibenden Temperaturen - soll Tief „Yakari“ die schwül-heiße Luft Richtung Alpen wegschieben. Dann seien selbst im Süden keine 30 Grad mehr drin, sagte Meteorologe Simon Trippler vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Die Höchsttemperaturen pendeln sich bis zum Wochenende auf 22 bis 27 Grad ein, im Norden liegen sie nur bei 19 bis 23 Grad.

Vor den Gewittern wurden bei schwüler Hitze noch einmal Temperaturen von über 30 Grad gemessen. Für den Süden und die Mitte Deutschlands galt sogar eine Hitzewarnung des DWD. Im Südwesten ist der Juli unterdessen auf Hitze-Rekordkurs. Seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 seien in Baden-Württemberg die ersten 21 Tage des Monats noch nie so warm gewesen, sagte DWD-Meteorologe Andreas Friedrich. Die Region am Oberrhein erlebe derzeit die längste Hitzeperiode seit 2006. Von 21 Juli-Tagen seien im baden-württembergischen Lahr und im bayerischen Kitzingen jeweils 15 Tage sogenannte heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad gewesen. Deutschlandweit liege der Juli aber bisher nur auf Platz 3 nach den Jahren 2006 und 1994.

Gewitter laufen glimpflich ab

Ein kurzes und heftiges Unwetter hat am Mittwoch in mehreren Landkreisen Baden Württembergs zu zahlreichen Einsätzen von Polizei und Feuerwehr geführt. Im Landkreis Freudenstadt hatten nach Auskunft der Polizei mehrere Schüler großes Glück. Die 15- bis 16-Jährigen einer 18-köpfigen Schulklasse waren mit Kanus in Begleitung von zwei Lehrern auf dem Neckar im Bereich Horb unterwegs. Aufgrund des während der Fahrt einsetzenden Unwetters mit Starkregen und Hagel kenterten zwei der Boote. In den Booten saßen insgesamt fünf Jugendliche sowie ein Lehrerin. Die Gruppe konnte sich aus eigenen Stücken ans Ufer retten.

Dort wurden sie von einer Streife des Reviers Horb aufgegriffen und zum Bahnhof gebracht, wo sich die Gruppe mit dem Rest der Klasse traf. „Die völlig durchnässten und zum Teil unterkühlten Jugendlichen wurden durch die Mitarbeiter eines Einkaufsmarktes mit trockener Kleidung, belegten Broten und warmen Tee bestens versorgt“, sagte ein Polizeisprecher. Vier der Schüler mussten jedoch wegen Unterkühlung ins Krankenhaus gebracht werden.

Auf der L 370 bei Horb-Mühlen ist ein Auto von einem umstürzenden Baum beschädigt worden. Verletzt wurde niemand. Im Schwarzwald-Baar-Kreis fiel ein Baum auf der Kreisstraße 5720, zwischen Fischbach und Weiler, auf einen Linienbus. Zum Glück befanden sich keine Fahrgäste im Bus. Es wurde ebenfalls niemand verletzt.

Schüler in Hessen zusammengebrochen

In Mittelhessen wurden die Bundesjugendspiele an einer Schule abgebrochen, nachdem mehrere Schüler zusammengebrochen waren. Zehn von ihnen wurden mit Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht. Die Schüler aus Lollar hätten wohl zu wenig getrunken, teilte der Kreis Gießen mit. Zur selben Zeit herrschten in Norddeutschland angenehme Temperaturen um 25 Grad.

In den nächsten Tagen gehen die Temperaturen weiter zurück. „Zum Anfang der kommenden Woche könnte es dann selbst mit den 25 Grad allmählich schwierig werden“, sagte Trippler. Zwischen dem 23. Juli und dem 23. August liegen in vielen Ländern Europas die heißesten Tage des Sommers - nach dem Sternbild „Großer Hund“ wird diese Zeit „Hundstage“ genannt.




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