Bitcoin, Ethereum & Co. Kryptowährungen kaufen – Tipps für Anfänger
Es gibt hunderte verschiedene Kryptowährungen und fast ebenso viele Handelsplätze. Wir erklären, was Einsteiger beim Handel mit Bitcoin, Ethereum und Co. beachten sollten.
Es gibt hunderte verschiedene Kryptowährungen und fast ebenso viele Handelsplätze. Wir erklären, was Einsteiger beim Handel mit Bitcoin, Ethereum und Co. beachten sollten.
Stuttgart - Nach dem vorläufigen Tief Mitte vergangenen Monats steigt die Aktie der wertvollsten Digitalwährung Bitcoin wieder stark an. Die vergangenen Kursentwicklungen stehen damit sinnbildlich für den gesamten Krypto-Markt, der als fragiles Auf und Ab zusammengefasst werden kann.
Als sich etwa Unternehmer und Tesla-Chef Elon Musk jüngst zum Thema äußerte, gab es wie so oft zwei Optionen: Der entsprechende Kryptowährungs-Kurs steigt massiv oder er fällt extrem. Zunächst akzeptierte Musk Bitcoin als Zahlungsmittel für E-Autos, später ruderte er unter Verweis auf die schlechte Ökobilanz derselben zurück. Kürzlich dann der erneute Sinneswechsel. Tesla werde Bitcoin „sehr wahrscheinlich“ wieder akzeptieren, so Musk.
Wenn es also eine Konstante im Feld der Kryptowährungen gibt, dann liegt sie in den stark schwankenden Kursen. Wer sich dennoch an dem hochspekulativen Handel beteiligen möchte, bekommt hier einen Überblick, welche Krypto-Arten es gibt, welche Vor- und Nachteile einzelne Handelsplattformen haben und mit welchen Gebühren zu rechnen ist.
Grundsätzlich gibt es tausende Kryptowährungen. Die älteste und noch immer beliebteste Coin ist der Bitcoin. Er gilt vielen Anlegern als Wertanlage, „quasi als digitales Gold“, erklärt Richard Dittrich, Experte für Anlegerthemen an der Börse Stuttgart. Der Bitcoin hat es als erste Kryptowährung möglich gemacht, Online-Zahlungen zwischen zwei Menschen durchzuführen, ohne auf Banken angewiesen zu sein.
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Ein anderes Konzept verfolgt Ethereum – eine sogenannte Smart-Contract-Coin. „Das Prinzip dahinter kann man sich wie eine Art App-Store vorstellen“, sagt Dittrich. Smart-Contract-Coins wie Ethereum bieten demnach eine Plattform, auf der unterschiedliche Programme, digitale Kunst (wie etwa NFTs) oder sogar andere Kryptowährungen unterstützt werden.
Abgesehen von den drei genannten Beispielen erfüllen verschiedene Kryptowährungen weitere Funktionen oder weichen in Detailfragen voneinander ab. Für Anfänger gilt deshalb laut Dittrich: „Als Laie ist es sinnvoll, sich bis zu Platz 10 oder vielleicht Platz 25 der größten Kryptowährungen vorzuarbeiten. Ab dann wird es speziell.“
Wer in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen möchte, kann sich wegen der detailreichen Unterschiede vor allem die Frage stellen: „Warum sollte mir jemand nach einiger Zeit noch diese Kryptowährung, in die ich investieren will, abkaufen?“, erklärt Dittrich.
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Im besten Fall haben Kryptowährungen also auch reale Anwendungsfelder. Im Falle der Spaß-Coins, wie etwa Doge, gehen diese meistens nicht über Spekulation hinaus, ergänzt Patrick Hansen, Bereichsleiter Blockchain beim Digitalverband Bitkom.
Setzt ein Anleger im Kryptohandel auf ETN (Exchange Traded Notes), dann kauft er nicht direkt Coins, sondern Wertpapiere. Diese wiederum sind mit der jeweiligen Kryptowährung hinterlegt. Ausgegeben werden sie von einem Zwischenhändler, erklärt Hansen. Was das für Auswirkungen hat, wird im Folgenden erklärt.
Wer sich für eine Kryptowährung entschieden hat, muss sich entscheiden: unmittelbar Kryptowährung kaufen oder lieber auf ETN setzen? Dafür gibt es unterschiedliche Handelsplätze.
Während an den klassischen Börsen in Deutschland lediglich ETN gehandelt werden, lassen sich „reine“ Coins über K rypto-Handelsplätze kaufen. Der Vorteil: Bleibt die Kryptowährung nach einem direkten Kauf im eigenen Besitz, ist der Wertzuwachs nach einem Jahr steuerfrei, sagt Hansen.
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Auf der anderen Seite gelte für ETNs oder andere Krypto-Zertifikate: „Vielen Anlegern ist es lieber, wenn einem der Handelsplatz bekannt ist und man vielleicht auch schon ein eigenes Depot dort hat, mit dem man arbeiten kann“, so der Experte. Steuerlich werden die Wertpapiere zudem gleich wie die anderen Produkte an der Börse behandelt. Allerdings bestehe das Risiko, dass die Zwischenhändler der Wertpapiere Pleite gehen. „Man ist also nicht im wahrhaftigen Besitz von Kryptowährungen.“
Weltweit gibt es hunderte Kryptobörsen. Sie unterscheiden sich bei der Auswahl an Kryptowährungen, bei den Gebühren und in puncto Übersichtlichkeit. Einsteigerfreundlich seien in diesem Sinne beispielsweise die US-amerikanische-App Coinbase, die deutschen Apps Bison von der Börse Stuttgart oder Nuri, sagt Hansen. Erfahrene Trader und Kryptoexperten setzten dagegen häufig auf Handelsplätze mit umfangreicheren Funktionen, wie es sie zum Beispiel bei der größten Kryptobörse Binance oder auch Coinbase Pro gibt.
Anlegerexperte Richard Dittrich rät, generell zu hinterfragen, wo der Handelsplatz seinen Sitz hat und welchen Zugang er bietet. Es sei wichtig, sich bei der Kontoeröffnung mit einem Ausweis identifizieren zu müssen. Die USA seien etwa schon gegen mehrere Kryptohandelsplätze vorgegangen, weil dort eine derartige Überprüfung fehlte. Grundsätzlich ist es auch gut, wenn der Anbieter des Handelsplatzes am Ende des Jahres einen Überblick vorstellt, welche Transaktionen getätigt wurden, sagt Dittrich. „Das ist später für Steuerangaben hilfreich.“
Auch beim Handel mit Kryptowährungen fallen in der Regel Gebühren an. Dittrich unterscheidet hauptsächlich zwischen Transaktionsgebühren, Kosten im Spread, Verwahrungsgebühren und Einzahlungsgebühren. Dabei gebe es je nach Anbieter Unterschiede: Manche verlangten eine Gebührenart nicht, andere dagegen schon. Grundsätzlich seien auch weitere Gebühren möglich – ein offenes Auge bleibe unverzichtbar, so der Experte.
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„Bezüglich der Gebühren muss man immer den Einzelfall anschauen“, sagt auch Patrick Hansen vom Digitalverband Bitkom. Als Richtgröße ließen sich aber insgesamt 0,5 bis 1,5 Prozent an Gebühren für den Handel festmachen.