Rad schenken Das gute Kinderfahrrad - die besten Tipps für den Kauf

Von dane 

Welche Größe, welche Marke, welche Bremsen, mit oder ohne Schaltung - beim Kauf des ersten Fahrrads fürs Kind gibt es 1000 Fragen. Wir haben die Antworten - ganz kurz auf den Punkt gebracht.

Welches Rad passt am besten zu meinem Kind und bringt ihm den meisten Fahrspaß? Zu groß sollte es beispielsweise auf keinen Fall sein. Foto: Shutterstock/Yanlev 5 Bilder
Welches Rad passt am besten zu meinem Kind und bringt ihm den meisten Fahrspaß? Zu groß sollte es beispielsweise auf keinen Fall sein. Foto: Shutterstock/Yanlev

Erst einmal vorneweg: das völlig falsche Kriterium beim Kauf eines Kinderfahrrades ist das Alter des Sprösslings. Jeder weiß wie unterschiedlich groß zwei Kinder im selben Alter sein können. Daher auch nicht stur nach der Zoll-Größe der Räder gehen. Gibt es beispielsweise für ein 1,25 Meter großes Kind doch passende Fahrräder mit 20, 24 und sogar 26 Zoll. 

Auch der Wunsch der Eltern, das Fahrrad möge doch bitte ein paar Jahre passen, ist der falsche Ratgeber beim Kauf. Denn ein zu großes Fahrrad ist eben schlicht zu groß, verdirbt dem Kind die Freude am Fahren und ist obendrein gefährlich. Das Fahrradgeschäft, indem der Verkäufer den Satz fallen lässt: „da wächst ihr Sohn/ihre Tochter schon noch rein“ am besten sofort wieder verlassen.

Tipp 1: Passende Größe ermitteln

Welches Kinderfahrrad die passende Größe hat, hängt ab:

  • von der Körpergröße
  • und/oder Innenbeinlänge bzw. Schrittlänge des Kindes
  • vom Fahrkönnen - wie sicher ist der Nachwuchs schon auf dem Fahrrad unterwegs?

Die Hersteller guter Kinderfahrräder geben alle Mindestkörpergröße oder Mindestinnenbeinlänge für jedes ihrer Fahrräder an. Oder sogar beides. Zudem gilt: ist das Kind schon sehr sicher mit dem Rad unterwegs, kann man diese Werte etwas unterschreiten (Innenbeinlänge etwa ein bis zwei Zentimeter, Körpergröße drei bis vier Zentimeter.). Generell - aber insbesondere in letzterem Fall - gilt: unbedingt Probe fahren. 

Tipp 2: Je leichter, desto besser

Einfache Faustregel: Mit einem Kinderfahrrad, das wenig wiegt, kann ein Kind leicht Radfahren - mit einem Schwergewicht nur schwer. Zudem macht es Kinder stolz wie Oskar, wenn sie ihr Rad selbst etwa eine Treppe hochtragen können. Gut auch für den Rücken der Eltern.

Tipp 3: Tretlagerhöhe und Kurbellänge müssen passen

Knifflig: Einerseits sollen die Kinder mit beiden Füßen und im Sattel sitzend auf den Boden kommen - andererseits lässt es sich am effizientesten treten, wenn das Bein bei Pedalstellung unten beinahe durchgestreckt ist. Beides geht nicht. Guter Kompromiss: das Tretlager sollte nicht höher sitzen, als die Achsen der Räder. Sonst stoßen die Kinder beim Treten fast mit den Knien gegen ihre Ellenbogen. Daher auch regelmäßig den Sattel höher stellen wenn nötig.

Weitere Merkhilfe: Die Kurbellänge sollte in etwa bei zehn Prozent der Körpergröße des Fahrers liegen.

Tipp 4: Der Preis ist heiß

Ehrlich gesagt stimmt es, dass Kinderfahrräder etwa bis 16 Zoll nur ein Jahr lang passen, ab 20 Zoll vielleicht zwei und später auch mal drei. Schaut man sich aber den Wiederverkaufswert hochwertiger Kinderfahrräder an, so kostet auch ein 500 Euro teures 20-Zoll-Rad nur zirka 75 Euro im Jahr bzw. 6,25 Euro im Monat.

Diese Rechnung geht allerdings nur auf, wenn das Rad nicht gestohlen wird bzw. gut versichert ist. Schlau machen: Die meist schon bestehende Hausratversicherung deckt die Preisbereiche von Kinderrädern oft ab. 

Tipp 5: Ohne Rücktritt bitte

Rücktrittnaben wiegen viel, erschweren am Anfang vor allem das Anfahren zu lernen, da sich die Pedale nicht frei in Stellung bringen lassen. Optimal gebremst werden kann auch nur aus einer bestimmten Pedalstellung - ungünstig bis gefährlich in Notsituationen. Zudem muss später auf Handbremsen "umgelernt" werden.

Tipp 6: Federgabeln? Nur für Mountainbikes

An einem vorwiegend auf Asphalt oder festen Wegen benutzten Kinderfahrrad bringen Federgabeln nur Nachteile: schwer, wartungsintensiv und defektanfällig. 

Dagegen gibt es gute Federgabeln - für Kinder-Mountainbikes. Deren Einzelpreis übersteigt allerdings oft das Budget, das für das komplette Fahrrad veranschlagt wurde. Daher: Federgabel nur an einem Kinder-Mountainbike, das auch im Gelände genutzt wird.

Tipp 7: Kettenkasten und dreifach Kurbel braucht es nicht

So verlockend ein Kettenkasten wegen sauberen Hosenbeinen auch erscheinen mag: Er benötigt viel Platz in der Breite und erzwingt so einen sehr großen Pedalabstand. Das wirkt sich umso ungünstiger auf Treteffizienz und gesunde Knie aus, je kürzer die Beine eines Fahrradfahrers sind. Stattdessen: frisches Öl an der Hose mit Gallseife sofort entfernen.

Dreifach-Kurbeln erhöhen den Pedalabstand ebenfalls. Zudem sind viele Erwachsene mit dem Schalten vorne und hinten überfordert. Kinder freilich umso mehr. Auch die Einstellung und Wartung ist deutlich aufwändiger. Daher: drauf verzichten.

Tipp 8: Zubehör - was darf, was muss, was braucht es nicht

Nabenschaltungen: wartungsarm, aber schwer. Eine Einfach-Kettenschaltung, wie sie die meisten guten Kinderräder haben, ist in Sachen Einstellung und Wartung aber auch nicht kompliziert. Und eine Kettenschaltung ist definitiv leichter fürs Kind.

Dynamo: In Deutschland nicht mehr vorgeschrieben. LED-Lampen mit Akku sind mittlerweile richtig gut.

Schloss: Fahrrad immer an- und nicht nur abschließen. Daher ist ein separates Schloss wichtig. Ein Ständer ist daher fast kontraproduktiv.

Gepäckträger: Nötig für Fahrradtaschen etc. Macht für kleine Kinder kaum Sinn.

Schutzbleche: Machen dagegen wirklich Sinn. In den Regen kommt man leicht einmal.

Tipp 9: Bloß nicht kurz vor Ostern kaufen

Der Osterhase bringt traditionell die Kinderfahrräder. Daher herrscht vor den Feiertagen bei den Händlern Hochbetrieb. Für eine ausführliche Beratung bleibt daher wenig Zeit. Zudem sind die Preise hoch und viele Modelle oder Wunschfarben nicht lieferbar.

Der beste Zeitpunkt für den Kinderfahrradkauf ist daher in den Wintermonaten. Die Lager sind voll. Klar: Wirklich gebraucht wird das Fahrrad meist erst ab dem Frühjahr. Aber im Januar oder Februar kann man im Gegensatz zum Herbst doch schon ziemlich genau abschätzen, wie groß das Kind im April sein wird und ein passendes Rad wählen.

Zu guter Letzt: Und wenn das Fahrrad erst mal da ist, so häufig wie möglich nutzen. Und zwar nicht nur beim Spaziergang mit den Eltern, sondern auch bei Ausflügen mit einem weiteren Ziel, auf das sich die Kinder freuen.

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