Bizarrer Auftritt von Gina-Lisa Lohfink Beerdigung der Privatsphäre

Von red/sdr 

Eine Woche nach ihrer Verurteilung wegen falscher Verdächtigung ist Gina-Lisa Lohfink in ungewohnter Umgebung aufgetreten: In der Wiesbadener Kirche „St. Augustine of Canterbury“ wirkte das Model an einer Kunst-Performance mit. Ein ziemlich bizarrer Auftritt.

Das Model Gina-Lisa Lohfink kann trotz aller öffentlichen Häme dem Blitzlichtgewitter nicht widerstehen. In einer Kirche in Wiesbaden nahm sie an einer inszenierten Trauerfeier teil. Foto: dpa 7 Bilder
Das Model Gina-Lisa Lohfink kann trotz aller öffentlichen Häme dem Blitzlichtgewitter nicht widerstehen. In einer Kirche in Wiesbaden nahm sie an einer inszenierten Trauerfeier teil. Foto: dpa

Wiesbaden - Ein nervenaufreibender, tränenreicher Prozess liegt gerade hinter Gina-Lisa Lohfink. Das 29-jährige Model wurde vergangene Woche in Berlin schuldig gesprochen, sich eine Vergewaltigung mehr oder weniger ausgedacht zu haben. Während des Prozesses stürzte sie in ein Moloch aus Halbwahrheiten, Vorverurteilungen, Anschuldigungen, Schmähungen und Hetzkampagnen und verlor dabei vor den Augen der Öffentlichkeit Ehre, Stolz und Würde. Man würde meinen, alles, was sie jetzt braucht, ist Ruhe, Abstand und Urlaub. Von wegen! Drei Tage ohne Kameras scheinen für Gina-Lisa so etwas wie ein kalter Entzug zu sein. In der Wiesbadener Kirche „St. Augustine of Canterbury“ wirkte das Model Anfang der Woche an einer Kunst-Performance mit. Ganz in Schwarz gekleidet, hielt Lohfink eine „Trauerrede“ anlässlich einer inszenierten „Beerdigung der Privatsphäre“.

Aktion eines niederländischen Künstlers

Im Rahmen des Avantgarde-Kunst-Festivals Wiesbaden Biennale beerdigte die Blondine ihre Privatsphäre. Wie bei einer richtigen Beerdigung wurde ein Sarg zuerst in die Kirche getragen und schließlich in ein Erdloch abgesenkt. Der Künstler Dries Verhoven inszeniert noch bis Samstag, 3. September, Trauerfeiern in einer Kirche. Es geht ihm darum, sich symbolisch von Werten zu verabschieden, die zu verschwinden drohen: von der „Multikulti-Gesellschaft“ oder der „ewigen Treue“ etwa. Verhoven sagte in einem Interview mit „Spiegel Online“, er finde die Geschichte von Frau Lohfink interessant, weil sie die Menschen reize. Deshalb habe er sie als „Angehörige“ der „Verstorbenen“, in dem Fall die Privatsphäre, angefragt.

Keine Kontrolle über die Medien

In ihrer „Trauerrede“ sagte sie: „Liebe Privatsphäre, wir waren nicht immer die besten Freunde. Früher hast du mir nicht so viel bedeutet... (...) Die letzten Monate habe ich dich vermisst. Ich fragte mich, warum warst du nicht da für mich. Ich sehnte mich nach den Tagen, an denen mich niemand erkannte.“ Seit dem Prozess und der Veröffentlichung des Sex-Videos im Internet findet Gina-Lisas Leben ziemlich öffentlich statt und es ist ihr nicht gelungen, die Kontrolle über die Medien zu behalten. „Es ist ja auch wirklich so, ich habe keine Privatsphäre mehr. Und viele Leute da draußen verbreiten einfach Lügen über mich. Jeder kann mit mir machen, was er will. Das ist einfach sehr, sehr ungerecht“, sagte sie einem Reporter der „Bild“-Zeitung“ in einem Video auf Facebook. Vielleicht dient ihr die Performance-Aktion ja als eine Art innere Heilung. Ansonsten kann man Gina-Lisa nur raten: „Mädel, mach’ mal Urlaub. Ganz weit weg an einem geheimen Ort.“