Was hat es überhaupt mit dem Black Friday auf sich?
Der „Black Friday“ kommt ursprünglich aus den USA und findet dort immer am Tag nach Thanksgiving, dem amerikanischen Erntedankfest, statt. Weil die Amerikaner Thanksgiving traditionell am letzten Donnerstag im November feiern, findet der Black Friday immer am letzten Freitag im November statt. Seine Premiere feierte der Black Friday im Jahr 1961 in den USA. Am Brückentag nach Thanksgiving lockten lokale Händler in Philadelphia damals Verbraucher mit Rabatten in die City. Dass es den Black Friday auch in Deutschland gibt, ist Apple zu verdanken – das Unternehmen hat den Rabatt-Tag nämlich nach Deutschland importiert: 2006 schwächelte der Absatz des iPods und Apple lud für den 24. November 2006 zu einem „eintägigen Shopping-Event“ ein. Eigentlich wollte das Unternehmen an dem Tag seine Lagerbestände verkaufen, begründete damit aber die Tradition des deutschen Black Friday, der damit in diesem Jahr zum 15. Mal stattfindet.
Wie kann man sich auf die Schnäppchenjagd vorbereiten?
Wichtig ist, nur das zu kaufen, was man wirklich braucht – und die Preisentwicklung dieser vorab überlegten Produkte schon in den Tagen vor dem Black Friday genau im Blick zu behalten, rät Oliver Buttler von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Wer weiß, was er will und sich vorher genau informiert, kann tatsächlich von den Angeboten profitieren.“ Insbesondere im Bereich Unterhaltungselektronik werden zum Teil hohe Rabatte gewährt. Spielzeug, Spielekonsolen und Computerspiele werden oft bis zu 30 Prozent günstiger angeboten.
Auf was sollen Kunden an dem Tag achten?
Spontankäufe sollte man dagegen vermeiden, denn sie münden selten in echten Schnäppchen. Konsumenten sollten das, was angeboten wird, genau prüfen, bevor sie zuschlagen. Denn Waren, die ohnehin gut verkauft werden, sinken laut Angaben der Stiftung Warentest selten im Preis. Mitunter würden am Black Friday Auslaufmodelle oder Ladenhüter abverkauft. Auf Preisvergleichsportalen wie zum Beispiel Idealo.de, Billiger.de oder Guenstiger.de können sich Kunden über die üblichen Marktpreise informieren.
Welche Tricks nutzen die Verkäufer?
Manche Händler arbeiten mit billigen Marketingtricks, um die Verbraucher zu Spontankäufen zu verleiten. Besonders beliebt ist die Methode, den gewährten Rabatt größer aussehen zu lassen, als er eigentlich ist, indem sie den Preis einfach in Relation zur unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers setzen. Diese wiederum ist aber selten der Preis, zu dem Händler die Waren auch an normalen Handelstagen anbieten. Mitunter setzen Online-Händler sehr kurze Angebotsfristen oder versuchen, mit ablaufenden Uhren Druck auf die Interessenten aufzubauen. Beliebt ist eine Angabe, wie viele Produkte angeblich noch auf Lager sind: steht dort eine niedrige Zahl, lassen sich Online-Shopper zum schnellen Kauf verleiten. Doch Käufer sollten sich dann lieber erst einmal fragen: Brauche ich das wirklich?
Worauf sollten Käufer achten?
Wo viel Geld im Spiel ist, sind Betrüger nicht weit. Den allgemeinen Kaufrausch nutzen mitunter auch Fake-Online-Shops für ihre kriminellen Aktivitäten. Deren gängige Masche: Zuerst locken sie die Schnäppchenjäger mit besonders günstigen Angeboten in ihren Online-Shop. „Nach geleisteter Vorauszahlung wird nicht selten minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis verschickt, mitunter wird das Produkt auch gar nicht geliefert“, warnt Verbraucherschützer Buttler. Findet man auf Internet-Marktplätzen ein unrealistisch günstiges Angebot, ist daher besondere Vorsicht geboten.
Wie können Konsumenten gefälschte Shops erkennen?
Hinweise auf einen gefälschten Shop sind unter anderem holpriges Deutsch oder auch ein fehlendes Impressum. Auf der sicheren Seite ist, wer erst die Ware in der Hand hält und dann bezahlt. Bei Online-Käufen sollte man möglichst nie per Vorkasse, sondern bevorzugt per Rechnung bezahlen. Auch die Lastschrift ist eine gute Bezahlmethode – dabei können Kunden die Zahlung bis zu sechs Wochen widerrufen und bekommen ihr Geld zurück auf das Girokonto gebucht, falls die bestellten Waren nicht ankommen. Kreditkartenkäufe oder die Nutzung von Online-Bezahldiensten wie PayPal versprechen zwar mehr Sicherheit, im Fall der Fälle sein Geld zurück zu bekommen ist aber komplizierter.
Was für Rechte haben Kunden beim Umtausch der Ware?
Wer es sich zu einem unüberlegten Kauf hat verleiten lassen, sollte am besten versuchen, die Bestellung noch vor dem Versand zu stornieren – viele Online-Händler bieten diese Möglichkeit an. Ansonsten kann man sein 14-tägiges gesetzliches Widerrufsrecht nutzen, das im Versandhandel gilt. Kunden können dann die Ware ohne Angabe von Gründen an den Händler zurückschicken. Dieser muss den Kaufpreis erstatten.
Welche Rechte haben sie im Handel?
Das Widerrufsrecht gilt nur für den Online-Versandhandel. „Hat man Waren in einem Laden gekauft, kann man sie nicht einfach zurückgeben“, sagt Christian Kotz, Rechtsanwalt aus Kreuztal. Mitunter gewähren stationäre Einzelhändler ihren Kunden Umtauschrechte – auf Kulanz. Dann ist auf dem Kassenbon eine Bestätigung aufgedruckt. Preisreduzierte Waren, wie sie am Black Friday häufig über den Ladentisch wandern, können von diesem Kulanzangebot ausgenommen sein.