Der Black Friday ist der Höhepunkt einer jährlichen Rabattschlacht im (Online-)Handel. Diese hält allerdings über das Wochenende – Black Weekend genannt – an: bis zum Cyber Monday am 28. November. Worauf die Verbraucher achten müssen.

Streng genommen dauert der Black Friday 24 Stunden von null bis 24 Uhr. Doch der Name täuscht: Die große Rabattschlacht ist mit dem vierten Freitag im November nicht erledigt. Vielmehr locken viele große Online-Shops schon seit einigen Tagen und auch noch bis Anfang kommender Woche mit Sonderaktionen. Die Grenzen sind fließend. Denn nach dem Black Friday gibt es das Black Weekend – und den Cyber Monday. Ein Überblick.

Wie lange und wo gibt es noch Rabatte?

Angesichts der hohen Beliebtheit des Black Friday haben viele Online-Händler, aber auch Geschäfte vor Ort schon Tage zuvor mit Rabatten geworben – egal ob Fernseher, Saugroboter, Kleidung, Möbel oder beispielsweise Parfüm. Die meisten Angebote gibt es in der Black Week, also der Woche, die mit dem Black Friday endet. Letzter Schnäppchentag ist der darauffolgende Montag, der Cyber Monday.

Die Anzahl der Händler, die mitmachen, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Groß mit dabei sind in diesem Jahr etwa wieder Media-Markt und Saturn, Versandhändler Amazon und Otto, aber auch Lidl. „Deals, soweit das Auge reicht“, heißt es bei dem Discounter, der in der Black Week auch ein E-Bike für weniger als 1000 Euro im Angebot hat.

Warum steht der Black Friday 2022 unter keinem guten Stern?

Handelsexperten sind sich einig, dass die Situation für Verbraucher und Handel schwierig ist. „Die Händler stecken in einem Dilemma. Einerseits müssen sie den Konsum mit attraktiven Preisangeboten stimulieren, andererseits sind die Margen enger denn je, und die Warenverfügbarkeit ist in vielen Kategorien problematisch”, sagt Rainer Münch, Handelsexperte der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman. Er rechnet eher mit moderaten Preisaktionen der Händler. Angesichts gestörter globaler Lieferketten dürfte laut Münch aus Verbrauchersicht aber vieles dafür sprechen, die Weihnachtseinkäufe früh zu erledigen, etwa wenn es um Möbel oder Elektronikprodukte geht.

Bremst die hohe Inflation Schnäppchenjäger aus?

Einer Umfrage zufolge schon. Obwohl mehr als 80 Prozent der Deutschen aufgrund steigender Preise vermehrt auf Rabattaktionen und Sonderangebote achten, möchte nur jeder Zweite in diesem Jahr am Black Friday auf Schnäppchenjagd gehen. Das hat die Preisvergleichsplattform Idealo bei einer repräsentativen Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausgefunden.

Das dafür eingeplante Budget ist mit durchschnittlich 280 Euro um 16 Prozent geringer als im Vorjahr. Etwa zwei Drittel jener, die den Black Friday dieses Jahr meiden, geben an, ihr Geld lieber für die Energiekosten oder mögliche Nachzahlungen sparen zu wollen. „Sparen ist momentan eher durch nichts ausgeben gekennzeichnet als durch Schnäppchen machen“, sagt Chehab Wahby, Partner der Strategieberatung EY-Parthenon.

Werden die Umsätze sinken?

„Die hohen Energiekosten, die Rezessionsangst und die Unsicherheit schlagen voll zu. Das dürfte in diesem Jahr dazu führen, dass die Umsätze am Black Friday deutlich hinter den Erwartungen bleiben werden“, sagt Handelsexperte Wahby.

Im vergangenen Jahr setzte der Handel laut dem Branchenverband HDE am Black Friday und Cyber Monday rund 4,9 Milliarden Euro um. In diesem Jahr rechnet der HDE, gestützt auf eine Umfrage unter 1000 Onlineshoppern, rund um die Rabatttage mit einem Umsatzrekord von 5,7 Milliarden Euro. Das wären 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Wachstumsgeschichte des Black Friday und des Cyber Monday setze sich auch unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen und trotz der schlechten Konsumstimmung fort, heißt es zuversichtlich.

„Der Black Friday sorgt für etwas Hoffnung bei vielen Händlern in schwierigen Zeiten“, sagt Klaus Wohlrabe vom Münchner Ifo-Institut. „Viele Kunden sind wegen der hohen Inflationsraten auf der Suche nach Schnäppchen – es besteht jedoch die Gefahr, dass das Weihnachtsgeschäft dann im Dezember schlechter ausfallen wird, weil sich jetzt schon viele Kunden mit Geschenken eindecken werden.“

Worauf sollten Verbraucher achten?

Kunden sollten sich nicht von hohen Rabatten blenden lassen. Viele der hohen Werberabatte beruhen auf einem Vergleich mit den unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP). Tatsächlich kassiert jedoch kaum ein Händler die als Mondpreise in Verruf gekommenen UVP, wie es bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg heißt.

Vor allem beim Online-Kauf empfehlen Verbraucherzentralen, auf der Suche nach dem günstigsten Preis mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen. So könne man Rabatte besser einschätzen. Nach Aussagen von Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sind zunehmendablaufende Angebote zu beobachten.

Vor allem Amazon – deren Warenlager am Black Friday von der Gewerkschaft Verdi in Deutschland bestreikt werden – bietet reduzierte Preise in schmalen Zeitfenstern an, bei deren Ablauf die Ware verschwinde. Das könne zu Fehleinkäufen führen. Deswegen sollten Angebote auch auf mehreren Portalen oder bei anderen Anbietern verglichen werden.

Abzocke online – wie sich Fake-Shops erkennen lassen

Fake-Shops
Das sind gefälschte Internet-Verkaufsplattformen, mit denen Betrüger Online-Einkäufer abzocken wollen. Weil sie oft professionell gestaltet sind, erkennen Verbraucher nicht immer, dass sich dahinter kein echter Händler verbirgt.

Zahlung
Verbraucher sollten Waren nicht per Vorkasse bezahlen, raten Verbraucherschützer. Wer das macht, bekommt nicht selten minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis oder auch gar nichts geliefert.

Fake-Shop-Finder
Um nicht auf einen Fake-Shop hereinzufallen, sollten Online-Käufer auf folgende Punkte achten: auffällige Internetadresse, unsichere Zahlungsweise, auffallend günstiger Preis, falsche Gütesiegel, ein nicht vorhandenes Impressum. Wenn ein Impressum zu finden ist, muss es unter anderem die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse enthalten.