Black Out Tuesday Musikindustrie setzt ein Zeichen gegen Polizeigewalt

Stars wie Rihanna haben sich der Initiative Black Out Tuesday angeschlossen. Foto: AP/Joel C Ryan
Stars wie Rihanna haben sich der Initiative Black Out Tuesday angeschlossen. Foto: AP/Joel C Ryan

Zahlreiche Musikunternehmen stellen heute den Betrieb ein, um Solidarität mit George Floyd zu zeigen. Stars wie Rihanna, Quincy Jones und Beyoncé schließen sich der Initiative an.

Stuttgart - Unternehmen aus der Musik- und Filmindustrie rufen unter der Initiative Black Out Tuesday am 2. Juni dazu auf, ein Zeichen gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt zu setzen. Künstler, Produzenten und Manager aus der Branche schließen sich der Protestaktion an und leisten der schwarzen Community in den sozialen Medien Beistand. Hintergrund ist der Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai in Minneapolis infolge eines gewalttätigen Polizeieinsatzes.

Am Black Out Tuesday geht es um mehr, als nur ein Zeichen zu setzen. Unternehmen wie Einzelpersonen wollen an diesem Tag Abstand von der Arbeit nehmen und stattdessen aktiv nach Wegen zu suchen, wie sie selbst gegen Rassismus vorgehen und zukünftig stärker Solidarität zeigen können.

So protestieren Musikunternehmen am Black Out Tuesday

Große Plattenfirmen wie Warner Music haben angekündigt, am heutigen Black Out Tuesday den Betrieb einzustellen. „Wir werden diesen Tag nutzen, um gemeinsam darüber nachzudenken, was wir als Unternehmen tun können, um eine Veränderung zu bewirken“, schreibt das Musiklabel Warner Records in einem Instagram-Post:

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#blacklivesmatter #theshowmustbepaused

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Auch Spotify schließt sich der Initiative an, allerdings will der Streaminganbieter am Black Out Tuesday nicht schweigen, sondern seine Reichweite nutzen, um schwarze Stimmen hörbar zu machen. Deshalb präsentiert Spotify seinen Hörern heute Kanäle, Playlists und Podcasts, die schwarzen Künstlern gewidmet sind – allesamt schwarz eingefärbt. Außerdem hat der Streamingdienst in Gedenken an George Floyd einen stummen Track in Länge von acht Minuten und 46 Sekunden in ausgewählte Playlists eingebaut, was der Dauer des tödlichen Polizeieinsatzes entspricht.

Stars bleiben heute ganz in Schwarz

Auch zahlreiche Künstler aus der Musik- und Filmbranche schließen sich dem Protest an. Die sozialen Medien sind heute gefüllt von schwarz eingefärbten Beiträgen, unterschrieben mit dem Hashtag #BlackOutTuesday. Vielfach geteilt wird eine Erklärung, in der es heißt, man stehe in der Verantwortung, einander in schweren Zeiten wie diesen beizustehen:

Viele Stars berichten im Zuge der Protestaktion, wie sie selbst Diskriminierung erlebt haben. Musikproduzent Quincy Jones schreibt, er habe bereits sein ganzes Leben lang mit Rassismus leben müssen, doch jetzt sei es Zeit, endgültig etwas dagegen zu unternehmen. Auch Sängerin Rihanna zeigt sich zutiefst betroffen von George Floyds Tod: „Tag für Tag zu sehen, wie meine Leute ermordet und gelyncht werden, hat mich in meinem Herzen an einen dunklen Ort bewegt“, schreibt die 32-Jährige auf Instagram.

Beyoncé hatte bereits am Wochenende an ihre Fans appelliert, eine Petition zu unterschreiben, in der Gerechtigkeit für George Floyd gefordert wird. „Wir sind gebrochen und angewidert. Wir können diesen Schmerz nicht normalisieren“, sagte die Sängerin in einem Video auf Instagram. „Wir können nicht länger wegsehen. George ist unser aller Familie. Wir haben noch lange keine Gerechtigkeit erreicht.“

Der 46-jährige George Floyd war in der vergangenen Woche nach einem brutalen Polizeieinsatz gestorben. Einer der vier beteiligten Polizisten wurde am Freitag festgenommen und des Mordes angeklagt. George Floyds Tod hat in den USA vielfach Proteste gegen Polizeigewalt insbesondere gegen Afroamerikaner ausgelöst. Weltweit zeigen nun Menschen ihre Solidarität mit der schwarzen Community und rufen dazu auf, sich aktiv gegen Rassismus einzusetzen.




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