Die Stromausfälle in Stuttgart und Baden-Württemberg häufen sich. Ist das Zufall? Bisher gibt es zumindest keinen ersichtlichen Zusammenhang.
Ein Stein ist offenbar Auslöser für den Stromausfall am frühen Freitagabend in Stuttgart gewesen. Wie ein Sprecher von „Stuttgart Netze“ mitteilte, sei es exakt um 17.27 Uhr zu einer Versorgungsunterbrechung auf der sogenannten Mittelspannungsebene gekommen. Dadurch waren rund 2500 Bewohner in den Stadtteilen Hoffeld und Schönberg vorübergehend ohne Strom. Am Freitagabend hatte „Stuttgart Netze“ auch von Betroffenen in weiten Teilen von Degerloch, Sillenbuch, Plieningen und Möhringen gesprochen.
Der Stromausfall wurde zunächst provisorisch durch eine Umschaltung im Netz behoben. Dabei wird der Fehler erst grob lokalisiert. Dann wird der Strom umgeleitet. Auf diese Weise habe man die Haushalte nach exakt 46 Minuten wieder versorgen können, sagte der Sprecher von Stuttgart Netze.
Technikertrupp behebt am Montag die Ursache
Die eigentliche Fehlersuche begann am Montag. Dabei konnte der Technikertrupp eine Beschädigung an einer Erdleitung feststellen. Offenbar habe ein Stein auf die Leitung gedrückt, sagte der Sprecher. Um solche Schäden zu verhindern, würden neue Leitungen heute in spezielle Sandgemische eingelegt. Früher seien die Stromleitungen oftmals einfach in der Erde vergraben worden.
Auch in Tübingen und Villingen-Schwenningen war es am Wochenende zu Stromausfällen gekommen. Dort wurden als Ursachen ein Brand in einem Transformatorenhäuschen beziehungsweise ein technischer Fehler in einem Umspannwerk genannt. Vor zwei Wochen war es zudem in Stuttgart zu einem Spannungsabfall im Netz gekommen, der zwar nur kurz anhielt, aber stundenlange Auswirkungen hatte. Es folgten weitere Stromausfälle.
Ministerium gibt Entwarnung
Trotz dieser ungewöhnlichen Häufung von Vorfällen sei die Stromversorgung in Stuttgart und Baden-Württemberg sicher und Zuverlässigkeit hoch, sagte eine Sprecherin des Ministeriums für Umwelt und Klima und Energiewirtschaft. „Es ist von Einzelereignissen ohne Zusammenhang auszugehen“, sagte sie, die Häufung sei reiner Zufall. Nach einer Auswertung der Bundesnetzagentur war die jährliche Unterbrechungsdauer pro Kunde in Baden-Württemberg zuletzt von 13,7 auf 12,8 Minuten gefallen. Damit lag das Land zwar besser als der Nachbar Bayern, aber um 1,1 Minuten über dem Bundesschnitt.