Blechspielzeug Jede Menge Märklin unterm Hammer

Von Klaus Nonnenmacher 

Roland Gaugele, der Ex-Pressesprecher von Märklin, hat mit seinem Partner Georg Grupp das Auktionshaus Hohenstaufen gegründet. Die erste Auktion steigt am 25. Januar. Im Angebot: Blechspielzeug vor allem von Märklin.

Roland Gaugele (links ) und Georg Grupp stehen bereits unter Dampf. In vier Wochen versteigern sie Foto: Rudel
Roland Gaugele (links ) und Georg Grupp stehen bereits unter Dampf. In vier Wochen versteigern sie Foto: Rudel

Göppingen - Blechspielzeug-Raritäten wie das erste große Märklin-Dampfschiff aus dem Jahr 1899 oder eine Kutsche von 1895, mit der Eugen Märklin und seine Kinder gespielt haben sollen, werden am 25. Januar im Auktionshaus Hohenstaufen am Rosenplatz in Göppingen versteigert, insgesamt weit mehr als 600 Posten.

30 Jahre Erfahrung bei Märklin

Nein, eine Genugtuung sei es nicht, Sammlerobjekte seines alten Arbeitgebers unter den Hammer zu bringen, betont Rioland Gaugele. Grund dazu hätte er. Noch vor fünf Jahren war der 62-jährige Pressesprecher der Firma Märklin. Vom Insolvenzverwalter ist er dann nach 30 Jahren im Unternehmen unter anderem als Produktmanager wegrationalisiert worden. Zuvor hatte er unter anderem als „Undercover-Agent“ einige Berühmtheit erlangt. Als es im Jahr 2005 nach dem spektakulären Millionenraub aus dem Märklin-Museum galt, Diebesgut als fingierter Aufkäufer in Wien zu identifizieren, stellte er sich zur Verfügung. Täter und Beute gingen den Ermittlern ins Netz.

Gaugele hatte das Märklin-Museum unter seinen Fittichen, hatte auch eine große Museumswelt am Stammsitz konzipiert, die vom damaligen Eigentümer Kingsbridge jedoch storniert worden war. Und auch die ersten Pläne für die heutige Märklin-Erlebniswelt hat Gaugele mitgestaltet.

Gutachten und Ausstellungen sind nicht alles

„Nach der überraschenden Kündigung ist mein ganzer Lebensplan durcheinander gewirbelt worden“, erzählt er. Doch auf seine Erfahrung als Märklin-Kenner und seine Kontakte in Sammlerkreise kann er bauen. Er habe seither einige Märklin-Ausstellungen kuratiert und sich als Gutachter angeboten. „Das füllt aber nicht die ganze Arbeitszeit aus“, erklärt er.

So kam er auf Auktionen. Zwei davon hat er schon durchgeführt, standesgemäß im Märklin-Saal der Stadthalle. Nun hat er mit seinem Partner Georg Grupp, der vereidigter Sachverständiger für Blechspielzeug und Eisenbahnen ist, das Auktionshaus Hohenstaufen gegründet.

Internationale Bieter werden per Telefon zugeschaltet

„Wir wollen uns unter den Top Drei der Auktionshäuser für Blechspielzeug etablieren“, erläutert Georg Grupp. Für die erste Auktion am 25. Januar erwarten er und Gaugele ordentlichen Zulauf. Die Einlieferungen kämen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem Ausland. Zudem erwartet der Auktionator Bieter aus aller Welt, die zum Teil per Telefon zur Versteigerung zugeschaltet werden.

Liebhaberstücke bringen Zigtausende Euro

Neben der erwähnten Kutsche aus dem Märklin’schen Familienbesitz, die für 5000 Euro zum Aufruf kommen soll, und dem mehr als einen Meter langen Dampfschiff Resolution, dass ob seines sehr guten Zustands einige zigtausend Euro wert sein sollte, kommen etliche Liebhaberstücke wie der Stuttgarter Bahnhof oder Dampfmaschinen-Unikate unter den Hammer, aber auch Zubehör und Ersatzteile.

„Zu 90 Prozent werden Märklin-Artikel zum Aufruf kommen. Es gibt aber auch Liebhaberstücke von Bing, Fleischmann oder anderen Herstellern in unserem Katalog“, erklärt Roland Gaugele.




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