Blick zurück: Zita Funkenhauser Die ewige Fechterin

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Zita Funkenhauser zählte in den 1980er-Jahren zur internationalen Fechtelite. Heute ist sie Mutter von zwei Töchtern und Zahnärztin – und noch immer nahe an ihrem Sport.

Zita Funkenhauser begleitet heute ihre Töchter zu Wettkämpfen. Foto: Isabella Frank
Zita Funkenhauser begleitet heute ihre Töchter zu Wettkämpfen. Foto: Isabella Frank

Tauberbischofsheim - Auf der Bahn ganz links außen kämpft ein Mädchen. Weißer Anzug, dunkle Maske, in der Hand ein Florett. Das Mädchen ist gut. Seine Mutter steht so weit von der Kampfbahn entfernt, dass sie für das Kind unsichtbar ist. Damit es „die Wellen“ nicht spüre, die es vielleicht nervös machen könnten, sagt die Mutter Zita Funkenhauser.

Weltweit gibt es keine bedeutende Planche, auf der Zita Funkenhauser nicht gefochten hat. Von den größten Titeln hat sie fast alle geholt. Trotzdem ist sie unglaublich aufgeregt, wenn sie ihrer 16-jährigen Leandra zusieht.

Zita Funkenhauser ist 18, als sie weltbekannt wird. Mit dem deutschen Damenflorettteam gewinnt sie 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles die Goldmedaille. Mit ihren jeweils zwei Siegen im Halbfinale gegen Italien und im Endkampf gegen Rumänien ebnete sie der Mannschaft den Weg zum Erfolg. Ein paar Wochen später wird das, wie die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, „Nesthäkchen des Fechtsports“ zur Juniorsportlerin des Jahres gekürt.

Die größten Erfolge

Auf dem Bild, das sich ins kollektive Gedächtnis der Nation einbrennt, ist Zita Funkenhauser 22. Sie steht mit Anja Fichtel und Sabine Bau auf der Olympischen Siegertreppe in Seoul. Die drei Frauen liegen sich in den Armen und freuen sich weinend und lachend über ihr gemeinsames Mannschaftsgold – und über ihre drei Medaillen aus den Einzelkämpfen (Gold für Fichtel, Silber für Bau, Bronze für Funkenhauser).

1996 beendet Zita Funkenhauser ihre Karriere. Zu diesem Zeitpunkt ist sie schwanger mit Zwillingen und promovierte Zahnärztin, die eine Praxis eröffnen will. Als sie aufhört, Leistungssportlerin zu sein, spürt sie Erleichterung: nicht mehr der ständige Erfolgsdruck.

Heute ist Zita Funkenhauser 46 und sagt: „Ohne den Sport wäre mein Leben nicht so positiv verlaufen.“ Ohne den Sport hätte sie nicht gelernt, ihre Termine perfekt zu takten. Sie könnte ihre Freizeit nicht so bewusst genießen. Und sie hätte in schwierigen Momenten vielleicht früher aufgegeben. Vor allem aber wäre Zita Funkenhauser ohne den Sport wohl nicht so schnell in Deutschland angekommen.

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