Blitz-Räumung in Stuttgart Handywarnung nach Bombenfund – „So haben wir das noch nie gemacht“
Eine Handywarnung hat am Freitag Tausende Stuttgarter aufgeschreckt. Wegen des Bombenfunds hat die Feuerwehr erstmals ein spezielles Warnsystem genutzt.
Eine Handywarnung hat am Freitag Tausende Stuttgarter aufgeschreckt. Wegen des Bombenfunds hat die Feuerwehr erstmals ein spezielles Warnsystem genutzt.
In Stuttgart wird eine Weltkriegsbombe gefunden und Tausende wissen sofort Bescheid: Die Stuttgarter Feuerwehr hat am Freitag die höchste Warnstufe ausgelöst. „Wir haben das zum ersten Mal so gemacht“, sagte der Feuerwehrsprecher Daniel Anand.
„Achtung! Warnung Weltkriegsbombe für Stuttgart Nord: Meiden Sie das betroffene Gebiet“, erschien exakt um 11.24 Uhr auf vielen Handys, begleitet von einem Summ- und Warnton. „Wir mussten schnell handeln“, sagte Anand. Wegen der Beschaffenheit der 250-Kilogramm-schweren britischen Fliegerbombe war klar, dass eine Entschärfung sofort erfolgen musste. Sonst werden solche Einsätze von langer Hand geplant.
Ausgespielt wurde die Warnung per Cell Broadcast, eine Art SMS, die an alle Handys geht, die in einer bestimmten Funkzelle eingeloggt sind. Eine Warn-App muss dazu nicht installiert sein. Allerdings ließ die Feuerwehr die Warnung nur für die Funkmasten im betroffenen Sperrgebiet verbreiten. Auch auf den Tafeln der elektronischen Stadtinformation wurde die Warnung angezeigt. Zudem ging die Alarmierung gleichzeitig an die Medien.
Anand zog eine positive Bilanz. Die spontane Räumung des Sperrgebiets rund um das betroffene Grundstück in der Eduard-Pfeiffer-Straße habe reibungslos funktioniert. Mehrere 100 Menschen mussten ihre Wohnungen und Arbeitsplätze verlassen. Inwiefern die digitale Warnung wie erhofft alle im Sperrbezirk erreicht hat, muss noch ausgewertet werden.
Während auch im Stuttgarter Zentrum viele Nutzer durch die Warnung aufgeschreckt wurden, blieben manche Handys, deren Nutzer wesentlich näher am Geschehen saßen, stumm. „Wir haben von der Warnung nur durch die Megafondurchsagen der Polizei erfahren“, erzählte ein Studierender, der in unmittelbarer Nachbarschaft zum Einsatzgebiet in einem Seminar saß. Bei keinem seiner Kommilitonen sei das Handy angegangen.