Wo wird in Leinfelden-Echterdingen besonders oft geblitzt? Ein paar Fragen und Antworten zum 65. Geburtstag der „Starenkästen“.

Filderzeitung: Judith A. Sägesser (ana)

Leinfelden-Echterdingen - An diesem 21. Januar jährt sich die erste bundesweite Radarkontrolle zum 65. Mal. Im Jahr 1957 kam es seinerzeit zu einem ersten Versuch in Düsseldorf. Von 1958 an wurde die Radarfalle dann in Serie hergestellt. Anlässlich dieses Jahrestags haben wir uns beim Ordnungsamt in Leinfelden-Echterdingen erkundigt, wo in der Stadt besonders oft geblitzt wird.

Gibt es in Leinfelden-Echterdingen Blitzer, die besonders oft auslösen?

Nach Auskunft des Ordnungsamts von Leinfelden-Echterdingen sind Stellen mit relativ hohen Prozentsätzen an Verstößen die Zaunackerstraße in Echterdingen, die Weidacher Steige in Stetten und im vergangenen Jahr die Kreisstraße 1227 im Siebenmühlental aufgrund der dortigen Brückensanierung und damit verbundenen Temporeduzierung.

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Was spielt dabei eine Rolle?

Es gebe freilich Unterschiede zwischen den einzelnen Messstellen. Tempo-30-Zonen oder die Tempo-20-Zone an der Bernhäuser Straße in Echterdingen würden je nach Topografie, Straßenzustand oder Motorisierung des jeweiligen Fahrzeugs öfter, oft auch unbeabsichtigt, überschritten als Tempo 50. Auch die Häufigkeit der Kontrollen spiele eine Rolle, ob ein Blitzer oft auslöst. An Stellen, die verstärkt kontrolliert werden, sei nämlich ein Lerneffekt erkennbar, sodass die Zahl der Verstöße dort aufgrund der Kontrollen zurückgehe.

Probiert die Stadt zurzeit bei der Radarkontrolle etwas Neues aus?

Ja, die Stadt Leinfelden-Echterdingen habe einen semistationären Blitzeranhänger ausgeliehen, der an verschiedenen Standorten für mehrere Tage eingesetzt werden könne. Damit habe man positive Erfahrungen gemacht, so das Ordnungsamt. Der Lerneffekt sei auch hier gegeben gewesen, da hier auch während der Nacht Kontrollen stattfinden könnten, was der Verkehrssicherheit und dem Lärmschutz gleichermaßen diene. Daher plant die Kommune, in diesem Frühjahr erneut einen Anhänger für einen Monat zu mieten.

Corona fordert das Ordnungsamt. Wird der Verkehr zurzeit weniger überwacht?

Nein, denn der Geschwindigkeitsmessdienst in Leinfelden-Echterdingen führe keine Corona-Kontrollen durch, erklärt das Ordnungsamt. Daher fänden die Geschwindigkeitsmessungen im Rahmen der Möglichkeiten statt. Corona-Kontrollen obliegen dem Gemeindevollzugsdienst sowie den Mitarbeitern für den Bereich allgemeine Ordnungswidrigkeiten. Allerdings: Im Zuge der Aufgaben-Priorisierung könne der Gemeindevollzugsdienst weniger Kontrollen im ruhenden Verkehr zugunsten der Corona-Kontrollen durchführen.

Hat sich durch den neuen Bußgeldkatalog etwas verändert?

Der neue Bußgeldkatalog gilt seit dem 9. November 2021. Die Bußgeldsätze wurden erhöht, die Grenzen für Fahrverbote und Punkte sind jedoch gleich geblieben. Viele Verwarnungsgelder wie Gehwegparken oder verbotswidriges Parken an einem Ladesäulenparkplatz sind nun mit dem maximalen Betrag von 55 Euro belegt. Bisher habe das Ordnungsamt von Leinfelden-Echterdingen jedoch keine aussagekräftigen Zahlen, ob mehr Einsprüche oder Beschwerden oder weniger Verstöße erreicht worden seien.