Sulzbacher Steige Motorradraser werden jetzt von hinten geblitzt

, aktualisiert am 07.04.2025 - 15:45 Uhr
Auch ein dauerhaft an der Strecke aufgestellter Blitzer hält manchen Motorradfahrer bisher nicht vom Rasen ab. Foto: Frank Rodenhausen

An der Sulzbacher Steige wurde ein weiterer Baustein gesetzt, um unvernünftigen Motorradfahrern das Leben schwerer zu machen.

Rems-Murr : Frank Rodenhausen (fro)

Freundliche Appelle, Tempolimits, Rüttelstreifen, regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen der Polizei: Die Liste der Maßnahmen, die Motorradfahrer davon abhalten sollen, die kurvige Strecke von Sulzbach hinauf in den Schwäbischen Wald als Rennpiste zu missbrauchen, ist lang. Im Sommer 2024 hat das Landratsamt einen weiteren Baustein hinzugefügt: Ein semistationärer Blitzer, der an verschiedenen Standorten entlang der Sulzbacher Steige zum Einsatz kommen soll, ist in Betrieb genommen worden.

 

Mit Tempo 174 auf dem Hinterrad überholt

Auch wenn dieser, der entgegen herkömmlicher „Radarfallen“ mit einem zweiten Foto innerhalb kürzester Zeit auch das rückwärtige Nummernschild eines zweirädrigen Verkehrssünders aufnehmen kann, gleich zum Start etliche Male auslöste, hat das eine dreiste Minderheit bisher nicht zur Räson bringen können.

Bei Kontrollen des Polizeipräsidiums Aalen werden immer wieder erhebliche Tempoverstöße festgestellt, ein Motorradfahrer hatte sich 2024 ganz offenkundig sogar einen Spaß daraus gemacht, den Blitzer mehrfach auszulösen. Gleich zweimal wendete er sein Gefährt und ließ sich insgesamt dreimal ablichten – mit 154 Stundenkilometern auf dem Tacho, wo nur 100 erlaubt sind. Ein anderer Motorradfahrer wurde gar mit Tempo 174 erwischt – während er im Überholverbot auf dem Hinterrad ein Auto überholte.


Allerdings will das Landratsamt einerseits die Vernünftigen auf geltende Gegebenheiten aufmerksam machen und andererseits jenen, die sich an keine Regeln halten, die Rekordjagd erschwern. So wurden im Juli 2024 in vier Kurvenbereichen Mittelmarkierungen mit Doppelstrich sowie reflektierende Markierungsknöpfe angebracht, die das dort bestehende Überholverbot noch besser erkennbar machen und das „Kurvenschneiden“ zumindest erschweren. Eine ebenfalls in Erwägung gezogene, starre Trennung der Fahrspuren ist hingegen nicht möglich, da der Abschnitt auf einer für den Schwerlastverkehr ausgewiesenen Strecke liegt.

Dieser Artikel erschien erstmals im Sommer 2024 und wurde im April 2025 zum Blitzermarathon aktualisiert.

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