Morgens um acht ist die Welt noch in Ordnung. In den schmalen Straßen auf der Ostseite des Blühenden Barock herrscht Ruhe. Doch das ändert sich im Lauf des Vormittags – jedenfalls an den Wochenenden. Die zuvor überwiegend freien Parkplätze in der Mömpelgardstraße sind belegt, was aber keinen der zahlreich zum Blüba strebenden Autofahrer daran hindert, in die schmale Straße abzubiegen und sein Glück zu versuchen. Zu ihrer Ehrenrettung muss man sagen: Es gibt auch keinen Hinweis darauf, dass kein Parkplatz mehr zu finden ist. Wer von der Sternkreuzung her kommt, den weist die Parkplatzanzeigetafel mit der roten Null nur darauf hin, dass in der Fasanenstraße alles dicht ist, nur auf der Rechtsabbiegespur aus Richtung Oßweil erfährt man, wenn die Parkplätze in der Mömpelgardstraße belegt sind. Eine ähnliche Anzeige direkt an der Einfahrt in die Straße ist außer Betrieb, man sieht sie aber ohnehin nur, wenn man bereits abgebogen ist.
Den Anwohnern stinkt das wochenendliche Verkehrschaos gewaltig. Und das ist wegen der Abgase wörtlich zu nehmen. „Wer keinen Parkplatz findet, stellt sich oft einfach mit laufendem Motor in die zweite Reihe und wartet“, erzählt eine Anwohnerin der Mömpelgardstraße. Die andere Alternative, die manche wählen: In der schmalen Straße trotz des dichten Auto- und Fußgängerverkehrs zu wenden und wieder in Richtung Schorndorfer Straße zu fahren. Die Ampel, die den Verkehr zurück auf die Schorndorfer Straße fließen lässt, ist allerdings sehr kurz geschaltet, was unter normalen Bedingungen logisch ist, beim Ausnahmezustand am Wochenende allerdings den Abfluss erschwert und Stau verursacht. „Wilde Szenen“ seien das, die sich dort regelmäßig abspielten, sagt ein Nachbar.
Hinweis auf Anliegerstraße wird ignoriert
Deshalb biegen viele einfach in die Rosenstraße ab, obwohl diese als Anliegerstraße klar gekennzeichnet ist. Umso mehr, wenn bei starkem Andrang zum Schutz der in der Kassenschlange Stehenden eine mobile Schranke kurz nach der Einmündung Rosenstraße aufgestellt wird: „Zahlreiche Autofahrer biegen ab, fahren hier durch und parken dann hier oder im Albert-Schöchle-Weg verkehrswidrig“, klagt ein Anwohner. Auch Hinweise an den Parksäulen, dass das Ticket nur in Verbindung mit einem Anwohnerparkausweis gelte, fruchten nichts.
Und noch eine dritte Gruppe leidet unter dem Verkehrschaos: die Mitarbeiter an der Kasse. „Sie haben mir erzählt, dass sie regelmäßig Beschwerden darüber zu hören bekommen, dass man nicht vorher anzeigt, wenn die Parkplätze belegt sind“, sagt eine Anwohnerin.
Stadt prüft Möglichkeiten, die Lage zu verbessern
Seitens der Stadt heißt es: „Wir nehmen die Belastung der Anwohnenden durch den Parksuchverkehr ernst und kümmern uns in guter Zusammenarbeit mit dem Blühenden Barock um die Situation.“ Derzeit seien verschiedene Optionen in der Prüfung, um die Lage zu verbessern. Beispielsweise die Möglichkeit, die Anzeige „alle Parkplätze belegt“ direkt am Linksabbieger anzubringen. Doch: „Letztendlich sind wir aber auch darauf angewiesen, dass sich die Verkehrsteilnehmenden vernünftig und rücksichtsvoll verhalten.“ Dafür zu sorgen liege nicht in der Hand der Stadt: „Der Verkehr wird durch Schilder geregelt, darüber hinaus darf eine Regelung nur durch Bedienstete der Landespolizei durchgeführt werden. Ordnerpersonal des Veranstalters darf nicht den Verkehr regeln“, teilt eine Sprecherin mit.